Solarstrom effizient nutzen: Stromspeicher für die Photovoltaikanlage

Stromspeicher für die Photovoltaikanlage
Foto © Jürgen Frey /pixelio.de

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erhöht die Unabhängigkeit vom Energieversorger. Der Haken daran: Mitunter wird der Strom mittags für wenig Geld in das öffentliche Stromnetz eingespeist und abends teuer zurückgekauft. Doch seit Neuestem gibt es leistbare Stromspeicher für den Privatgebrauch. Lesen Sie, wann sich die Anschaffung eines Akkus lohnt und was Sie beim Kauf beachten sollten.

Einspeisen von Solarstrom rentiert sich kaum

Am meisten Strom generiert eine Photovoltaikanlage um die Mittagszeit – doch da wird er eigentlich gar nicht benötigt. Denn Stromfresser wie Waschmaschine, Wäschetrockner und Geschirrspüler laufen bevorzugt in den Abendstunden, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Ein Dilemma, das früher durch die Einspeisung von überschüssigem Solarstrom in das Stromnetz noch einigermaßen effizient zu lösen war. Doch bereits seit 2011 sind die Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) niedriger als die Strompreise beim Energieversorger. Der Verkauf von Solarstrom an den Netzbetreiber ist für private Photovoltaik-Betreiber damit weniger rentabel als früher.

Stromspeicher macht Photovoltaikanlage effizienter

Je mehr Solarstrom selbst genutzt werden kann, desto niedriger fallen die privaten Stromkosten aus. Dazu ist es aber nötig, den tagsüber im Überfluss erzeugten Strom zwischenzuspeichern. Photovoltaik-Stromspeicher stellen die Energie dann zur Verfügung, wenn sie tatsächlich gebraucht wird – ein Grundprinzip, das wir von normalen Haushalts-Akkus kennen.

Das bedeutet: Der Solarstrom wird zunächst zur Deckung des Eigenbedarfs verwendet, tagsüber etwa für den Betrieb von Kühl- und Gefrierschrank. Erzeugt die Photovoltaikanlage mehr Strom als benötigt, wird damit der Stromspeicher aufgeladen. Erst wenn der Akku voll ist und immer noch Überschüsse erzeugt werden, fließt der Solarstrom in das öffentliche Stromnetz. In den Abend- und Nachtstunden, wenn die Sonne nicht mehr scheint, steht der gespeicherte Strom für den Haushaltsgebrauch zur Verfügung. Ist der Akku leer, dann wird Strom zugekauft.

Ohne Speicher nutzen Photovoltaik-Betreiber üblicherweise nur ein Viertel des erzeugten Solarstroms selbst. Mit Speicher erhöht sich dieser Anteil häufig auf deutlich über 50 Prozent.

Diese Stromspeicher kommen in Frage

Bis vor wenigen Jahren waren Stromspeicher für den Privatgebrauch aber schlicht zu teuer. Erst seit Kurzem sind preiswerte Akkus um einige Tausend Euro zu haben, durch die das Speichern zu einer echten Option geworden ist. Bei den marktüblichen Speichern handelt es sich im Wesentlichen um zwei Arten: Blei-Akkus und Lithium-Ionen-Akkus.

Blei-Akkus

Blei-Akkus, wie sie von Autobatterien bekannt sind, waren die ersten Speicher am Markt. Sie erreichen einen Gesamt-Systemwirkungsgrad von etwa 70 Prozent und halten 5 bis 10 Jahre. Die gespeicherte Energie lässt sich beim Entladevorgang nur zu 50 Prozent nutzen, bei einer höheren Entladetiefe würde die Batterie Schaden nehmen.

Lithium-Ionen-Akkus

Lithium-Ionen-Akkus zählen zur neueren Generation. Sie haben gegenüber Blei-Batterien einige technische Vorteile und sind mittlerweile sogar günstiger als diese. Ihr Gesamt-Systemwirkungsgrad ist mit etwa 90 Prozent höher als der von Blei-Akkus, darüber hinaus lassen sie sich fast vollständig entladen. Mit bis zu 15 Jahren Lebensdauer halten sie außerdem länger durch als Blei-Akkus.

Wann lohnt sich das Speichern von Solarstrom?

Ob sich die Anschaffung eines Stromspeichers rentiert, hängt nicht nur vom Anschaffungspreis des Speichers selbst ab. Auch die Strompreise und die Höhe der Einspeisevergütung spielen eine Rolle – diese Faktoren können sich aber laufend ändern. Mit einer modernen Photovoltaikanlage kostet die Erzeugung von Strom heute etwa 10 Cent pro Kilowattstunde, rund 30 Cent pro Kilowattstunde bezahlen Endkunden hingegen für Strom aus der Steckdose. An der Strombörse wiederum wurde Strom im Jahr 2016 um durchschnittlich 3 Cent / Kilowattstunde gehandelt – ohne staatliche Förderung wäre die Einspeisung also nicht rentabel.

Die Einspeisevergütung nach dem EEG kann diese Kostendiskrepanz nicht auffangen: Für Anlagen, die nach 2011 ans Netz gingen, ist sie bereits niedriger als der durchschnittliche Strompreis. In diesem Fall lohnt es sich also, die Anlage mit einem Speicher nachzurüsten. Wer eine Photovoltaikanlage neu in Betrieb nimmt, sollte am besten von Anfang an einen Stromspeicher in das System integrieren. Es gibt dafür übrigens noch bis Ende 2018 staatliche Zuschüsse, die über die KfW-Bank laufen.

Stromspeicher: Worauf beim Kauf achten?

Ist die Entscheidung für einen Stromspeicher gefallen, dann sollten Sie beim Kauf auf folgende Kriterien achten:

  • Speicherkapazität: Die Akku-Kapazität sollte dem jeweiligen Bedarf entsprechen – ein Richtwert für einen durchschnittlichen Haushalt sind etwa 4 bis 6 Kilowattstunden. Ist die Kapazität zu gering, muss mehr Strom zugekauft werden, ist sie zu groß, entfällt die Vergütung für die Netzeinspeisung. Zudem sind Batterien mit höherer Kapazität teurer in der Anschaffung.
  • Eigenstrombedarf: Um die passende Speicherkapazität zu ermitteln, ist Ihr individueller Strombedarf entscheidend. Es lohnt sich also ein Blick auf die Stromrechnungen der vergangenen Jahre.
  • Entladetiefe: Je mehr Strom aus dem Akku entnommen werden kann, desto effizienter ist er. Lithium-Ionen-Akkus mit Entladetiefen von nahezu 100 Prozent sind hier klar im Vorteil.
  • Lebensdauer: Auch dieses Kriterium spricht für Lithium-Ionen-Akkus – sie halten etwa 5 bis 10 Jahre länger als Blei-Batterien.
  • Wirkungsgrad: Der Gesamtwirkungsgrad des Speichers ist der Anteil der gespeicherten Energie, der sich tatsächlich nutzen lässt. Marktübliche Systeme haben einen Wirkungsgrad zwischen 70 und 95 Prozent. Achtung: Der Wirkungsgrad der Batterie ist nicht dasselbe wie der Gesamtwirkungsgrad des Stromspeichers!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.