Heizungsmodernisierung: Staatliche Förderung kassieren und langfristig Heizkosten sparen

Heizungsmodernisierung

Heizungsmodernisierung: Förderung
kassieren und Heizkosten sparen
Foto © Bernd Kasper /pixelio.de

Eine veraltete Heizungsanlage verschlingt nicht nur jede Menge Energie, sondern auch Geld: Die ineffiziente Technik sowie häufige Reparaturen treiben die privaten Heizkosten oft in schwindelerregende Höhen. Doch nicht jeder Hauseigentümer bringt einen fünfstelligen Euro-Betrag für eine neue Heizungsanlage auf. Zum Glück gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten, wenn Sie auf energieeffizientere Anlagen oder erneuerbare Energien umsteigen – ein Überblick.

Förderprogramme als Teil der staatlichen Klimaschutz-Strategie

Dass Ihnen der Staat bei der Heizungsmodernisierung unter die Arme greift, dient einem umweltpolitischen Zweck: Durch die Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens hat sich Deutschland verpflichtet, seine Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050 im Vergleich zu 1990 um 80 bis 95 Prozent zu reduzieren. Da technisch veraltete Anlagen einen erheblichen Beitrag zum CO2-Ausstoß leisten, hat der Staat ein ganz konkretes Interesse daran, den Umstieg auf energieeffiziente Heizungen zu fördern. Davon profitieren Sie als privater Hauseigentümer doppelt. Denn Sie sparen nicht nur bei den einmaligen Anschaffungskosten, die neue Heizungsanlage schont durch reduzierte Heizkosten auch langfristig Ihren Geldbeutel. Doch nicht nur die Modernisierung wird gefördert. Wenn Sie bauen oder in Zukunft bauen wollen, informieren Sie sich ausführlich über energiebewusstes Bauen und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Der Staat beteiligt sich übrigens nicht nur an einer Heizungs-Modernisierung, d.h. am Austausch einer veralteten Heizungsanlage. Fördermittel gibt es auch für Optimierungs-Maßnahmen an einer bestehenden Heizung oder Heizungspumpen. Dazu zählen beispielsweise der Austausch alter Zirkulationspumpen oder ein hydraulischer Abgleich. Solche Feinjustierungs-Maßnahmen sind in der Regel nicht teuer, können die Energieeffizienz Ihrer Heizung aber deutlich erhöhen. Mit der staatlichen Förderung haben sich die Kosten für Sie besonders schnell amortisiert.

Geförderte Heizungsmodernisierung: Diese Voraussetzungen müssen Sie beachten

Egal ob Modernisierung oder Optimierung – damit Sie von den staatlichen Fördermöglichkeiten profitieren, sind ein paar Voraussetzungen zu beachten:

  • Den Antrag auf einen finanziellen Zuschuss müssen Sie in jedem Fall vor Baubeginn stellen.
  • Für den Austausch einer mehr als 30 Jahre alten Heizungsanlage gibt es wahrscheinlich keinen Zuschuss. Denn laut Energiesparverordnung (EnEV) sind Sie gesetzlich verpflichtet, den alten Heizkessel auszutauschen – zumindest, wenn Sie nach dem 01.02.2002 eingezogen sind.
  • Auch für den Ersatz eines älteren Brennwertgeräts gegen ein neues gibt es keine Förderung. Denn hier ist das CO2-Einsparpotential nicht groß. Einen Zuschuss erhalten Sie nur, wenn Sie ein altes Heizwertgerät gegen ein neues Brennwertgerät austauschen.
  • Heizungen, die mit Strom funktionieren (z. B. Nachtspeicher-Geräte), sind vergleichsweise ineffizient und daher ebenfalls nicht förderfähig.
  • Damit eine neue Heizungsanlage gefördert wird, müssen Sie immer einen hydraulischen Abgleich vornehmen lassen.

Wo kann man einen Zuschuss zur Heizungsmodernisierung beantragen?

Für private Hauseigentümer gibt es im Wesentlichen zwei Anlaufstellen: die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Video: „KfW / Wie funktioniert das KfW-Energieeffizienzprogramm? (2015), Youtube, 30.06.2015,Web, 21.05.2019, in: https://www.youtube.com/watch?v=0xLKio-d2rU

Beim BAFA erhalten Sie einmalige Zuschüsse, wenn Sie Ihre Heizanlage auf erneuerbare Energien umstellen – beispielsweise auf Solarthermie oder Pellets. Die KfW fördert auch den Umstieg von alter, ineffizienter (Heizwert-)Technik auf neue, energieeffiziente (Brennwert-)Geräte – selbst wenn Sie weiterhin fossile Energieträger wie Öl oder Gas nutzen. Neben einmaligen Zuschüssen, die Sie nicht zurückzahlen müssen, erhalten Sie bei der KfW geförderte Darlehen zur Finanzierung eines Heizungsaustauschs. Sie profitieren dabei von günstigeren Zinssätzen als am freien Markt, teils auch von direkten Tilgungs-Zuschüssen.

Hier die wichtigsten Förderprogramme von BAFA und KfW im Überblick:

1. Einmalige Zuschüsse

Förderprogramm Heizungsart Höhe
KfW 430: Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss Brennwertgerät (Öl / Gas) bis zu 30.000 Euro (max. 15 %)
KfW 433: Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle Brennstoffzellen-Heizung (0,25 bis 5,0 kW Leistung) is zu 28.200 Euro (max. 40 %)
BAFA: Marktanreizprogramm (MAP) zum Heizen mit erneuerbaren Energien Solarthermie, Biomasse, Wärmepumpe bis zu 20.000 Euro

2. Geförderte Darlehen

Förderprogramm Heizungsart Konditionen
KfW 151/152: Energieeffizient Sanieren Brennwertgerät (Öl / Gas) bis zu 100.000 Euro, ab 0,75 % Jahreszins, bis zu 27.500 Euro Tilgungszuschuss
KfW 167: Energieeffizient Sanieren („Ergänzungskredit“) Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien bis zu 50.000 Euro, ab 1,00 % Jahreszins

Welches Förderprogramm am besten geeignet ist, hängt immer von Ihren individuellen Voraussetzungen ab. Falls Sie sich unsicher sind: Unabhängige Energieberater helfen Ihnen bei der Planung Ihrer Heizungsmodernisierung bzw. -optimierung sowie bei den Förderanträgen. Für die Beratung können Sie ebenfalls einen BAFA-Zuschuss in der Höhe von 60 Prozent bekommen!

Ihre Vorteile bei einer geförderten Heizungsmodernisierung bzw. -optimierung:

  • Langfristige Heizkosten-Senkung: Durch den Umstieg auf moderne, energieeffiziente Heizgeräte können Sie dauerhaft Heizkosten sparen.
  • Raschere Kosten-Amortisierung: Dank staatlicher Zuschüsse rechnen sich die Maßnahmen für Sie noch schneller.
  • Günstige Kredit-Konditionen: KfW-Kredite sind sehr niedrig verzinst, teils erhalten Sie zusätzlich noch Tilgungszuschüsse.
  • Beitrag zum Klimaschutz: Durch einen Heizungsmodernisierung reduzieren Sie Ihren ganz persönlichen CO2-Fußabdruck.
  • Höherer Wohnkomfort: Moderne Heizanlagen sorgen zuverlässig, effizient und leise für wohlige Wärme in den eigenen vier Wänden.
  • Wertsteigerung Ihrer Immobilie: Jede Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahme erhöht den Wert Ihres Hauses – zumal sich die gesetzlichen Vorgaben zur Energieeffizienz in Zukunft eher verschärfen werden!

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