Die Technik denkt mit – die bequeme Art des Stromsparens

Strom sparen

Marc Boberach / pixelio.de

Strom sparen ist doch an und für sich eine feine Sache. Hier und da ein paar Maßnahmen umgesetzt und schon sparen wir Energie und bares Geld. Tipps und Vorschläge gibt es reichlich und viele davon lassen sich ohne Probleme umsetzen. So mancher Verbraucher würde sich dennoch darüber freuen, wenn die Sache mit dem Stromsparen etwas leichter von der Hand ginge, vielleicht sogar in Teilen automatisch. Auch denen kann geholfen werden, denn der Wille zum Energiesparen und die eigene Bequemlichkeit müssen einander nicht im Wege stehen. Im Gegenteil: Durch einige Geräte lässt sich sogar eine höhere Effizienz erzielen.

Steckdosen, die mitdenken

Mittlerweile dürfte es bei jedem Verbraucher angekommen sein, dass Elektrogeräte im Stand-by-Modus Strom verbrauchen. Wer den Stecker zieht, der spart im Jahr ein hübsches Sümmchen. Stereoanlage, Fernseher und Receiver sind nur drei typische Beispiele für Geräte, die gerne in den Stand-by-Modus versetzt werden. So gut wie jeder Raum beherbergt heute eines oder mehrere Elektrogeräte, die ständig in Betrieb sind. Trotz des Wissens um deren Stromverbrauch im vermeintlich abgeschalteten Modus bleiben viele Geräte am Netz. Wer zieht schon vor jedem Verlassen der Wohnung mal eben sämtliche Stecker aus der Dose? Zum Glück gibt es da ein paar hilfreiche Techniken, die auch den etwas bequemeren Stromsparwilligen entgegen kommen.

Eine davon ist der Stand-by-Abschalter, der einfach in eine Steckdose gesteckt wird. Dieser Abschalter lernt dann selbstständig, wann das Gerät, das über ihn angeschlossen ist, tatsächlich eingeschaltet ist und wann es sich im Stand-by-Modus befindet. Sinkt der Stromverbrauch also rapide ab auf das typische Niveau des Bereitschaftsmodus, wird das Gerät automatisch komplett vom Stromnetz getrennt. Mit der Energiespar-Steckdose ist noch per Kabel ein gesonderter Schalter verbunden, mit dem die Stromzufuhr wieder aktiviert werden kann.

Es gibt noch weitere Varianten dieser Technik, die dazu in der Lage sind, den Strom automatisch wieder einzuschalten. Das Problem dabei ist, dass diese Abschalter selber in einer Art Stand-by-Modus verbleiben müssen, damit das Konzept funktionieren kann. Lohnenswert ist der Einsatz dennoch, wenn es sich um ein Gerät mit vergleichsweise hohem Stromverbrauch im Bereitschaftsmodus handelt wie PC oder Fernseher.

Eine andere Lösung bietet sich in Form eines Funksteckdosen-Sets für mehrere Stecker bzw. Steckdosen an, die sich alle an einem schwer zugänglichen Ort befinden. Denn hier lassen sich gleich mehrere Stromverbraucher per Fernbedienung aus- und wieder einschalten. Auch hier gilt wieder, dass sich die Steckdosen selber in einer Art Stand-by-Modus befinden und deswegen immer noch eine geringe Menge an Energie benötigt wird. Zudem benötigt die Fernbedienung Akkus. Eine solche Anschaffung lohnt sich also vor allem dann, wenn viele starke Energieverbraucher gleichzeitig abgeschaltet werden.

Ladegeräte abschalten

Viele Verbraucher wissen nicht, dass Ladegeräte auch dann noch Strom ziehen, wenn sie gar nicht benötigt werden. Sie sollten also nach jedem Ladevorgang wieder vom Netz getrennt werden. Wer sich diesen Aufwand lieber ersparen möchte, kann einen Timer-Aufsatz zwischenschalten. Der Vorteil solcher Geräte liegt darin, dass sie die Stromzufuhr nach einer bestimmten Zeit selbstständig wieder abschalten. Bei einigen ist der Zeitraum vorgegeben (z.B. 8 Stunden), bei anderen kann er selber programmiert werden.

Master-Slave-Steckdosenleisten



Wer den Fernseher abschaltet, braucht auch den Receiver nicht mehr. Gleiches gilt am PC: Ist der einmal abgeschaltet, ist auch bei Drucker, Lautsprecher und Bildschirm die Stromzufuhr überflüssig. Wäre es da nicht praktisch und vor allem bequem, eine Steckdosenleiste zu besitzen, welche die Stromzufuhr aller angeschlossenen Geräte automatisch trennt, wenn nur das Hauptgerät abgeschaltet wird. Das gibt es in Form der Master-Slave-Steckdosenleiste. Diese erkennt, wenn das Hauptgerät, also Fernseher oder Rechner, nicht mehr läuft und trennt daraufhin alle anderen Geräte ebenfalls vom Netz.

Weniger Stromverbrauch bei der Waschmaschine



Waschmaschine

Luise Pfefferkorn / pixelio.de

Ein großer Teil des Stromverbrauchs bei einer Waschmaschine entsteht durch das Aufheizen des Wassers auf die erforderliche Waschtemperatur. Die Maschine kann das allerdings nicht auf so effiziente Weise wie beispielsweise eine Gasheizung. Warum also nicht das warme Wasser aus einer günstigeren Quelle beziehen? Das lässt sich mit einem entsprechenden Vorschaltgerät bewerkstelligen. Damit lässt sich die Waschmaschine direkt mit dem Warmwasseranschluss verbinden. So wird die Temperatur des einlaufenden Wassers dem Bedarf der Maschine angepasst. Wer sein warmes Wasser zudem noch über eine Solarthermieanlage auf dem Dach bezieht, erhält es sogar noch beinahe kostenlos.

Wenn zu viel Geld durch den Hahn tropft…

tropfender Hahn

Claudia Hautumm Name Bild-Inhaber / pixelio.de

…dann ist daran meist der Boiler schuld. In vielen Haushalten kommen Untertischgeräte zum Einsatz, die auch dann noch warmes Wasser bereitstellen, wenn gar keins benötigt wird. So wird unnötig Strom verbraucht und zudem noch die Lebensdauer des Boilers verkürzt. Um dem entgegenzuwirken, gibt es spezielle Vorschaltgeräte, die den Boiler nur dann einschalten, wenn er auch tatsächlich gebraucht wird. Ist das Wasser auf die gewünschte Temperatur gebracht, schalten sie automatisch wieder ab. Aber auch ein Aufsatz mit Zeitschaltuhr kann hier gute Dienste leisten. Wer sich beispielsweise sicher ist, mitten in der Nacht kein Geschirr spülen zu müssen, kann die Zeitschaltuhr entsprechend programmieren und dem Boiler erst ab den Morgenstunden den Betrieb erlauben.

Programmierbare Thermostate zur Temperaturregelung



Die Heizung stellt in jedem Haushalt den größten Energieverbraucher dar. Wer in ein intelligentes Thermostat investiert, kann seine Heizung anweisen, nur zu bestimmten Zeiten zu heizen und Wärme nur dann zu produzieren, wenn sie auch gebraucht wird. So lässt sich nachts die Temperatur um einige Grad absenken. Auch tagsüber, wenn gerade niemand zuhause ist, kann auf diese Weise Energie und Geld gespart werden.

Die vorangegangenen Beispiele zeigen, dass Energiesparen auch für eher bequeme Menschen noch problemlos möglich ist. Vor dem Kauf sollte jedoch möglichst genau abgeschätzt werden, ob sich die Investition wirklich lohnt. Nicht jedes dieser Geräte eignet sich auch für jeden Verbraucher bzw. dessen Verhaltensweisen. Das gilt vor allem dann, wenn es selber Strom benötigt. Richtig eingesetzt amortisieren sich die hier beschriebenen Geräte jedoch meist schon nach nur einem Jahr.

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