Erben: Zur energetischen Sanierung verpflichtet

Die Energiesparverordnung regelt unter anderem, wie Immobilien gedämmt werden müssen. Dabei gelten für Besitzer von selbst bewohnten Häusern einige Ausnahmen. Dies ändert sich jedoch, wenn die Immobilie vererbt wird. Erben müssen bezüglich einer energetischen Sanierung dieselben Pflichten erfüllen wie ein Immobilienkäufer. Hierauf weist die Deutsche Energie-Agentur (Dena) nochmals ausdrücklich hin. So sind Immobilienbesitzer beispielsweise dazu verpflichtet entweder die obere Geschossdecke oder das Dach mit einer Dämmung zu versehen. Eine Ausnahme besteht lediglich für Hausbesitzer die bereits vor dem 01. Februar 2002 in ihrem Ein- oder Zweifamilienhaus gewohnt haben.

Pflichten bei einer Erbschaft

Die Freistellung von der Dämmpflicht fällt bei Vererbung einer Immobilie automatisch weg. Die in der Energiesparverordnung aufgeführten Nachrüstungspflichten für Ein- und Zweifamilienhäuser entfallen generell, sobald eine Immobilie den Besitzer wechselt. Dabei haben die neuen Besitzer zwei Jahre Zeit um die geforderten Nachrüstungen umzusetzen. Dies gilt im Übrigen auch für Personen, welche bereits vorher in der vererbten Immobilie gewohnt haben.

Wer die geerbte Immobilie nicht weiter modernisiert, muss zur Dämmung des Dachs noch die Heizungsrohre isolieren. Zudem sind Heizkessel die bereits vor 1978 angeschafft wurden durch ein neues Modell zu ersetzen. Soll die Immobilie jedoch weitergehend modernisiert werden, dann kommen noch weitere Verpflichtungen auf die Erben zu. Dies gilt beispielsweise beim Einbau neuer Fenster oder einer Modernisierung des Dachs bzw. der Fassade. Für den Fall, dass von den Umbauten mehr als 10 Prozent der Bauteilfläche betroffen sind müssen Immobilienbesitzer bei den Arbeiten energetische Mindeststandards einhalten.

Energetisches Sanieren zahlt sich aus

Ist das geerbte Gebäude schon älter und hat bereits seit Längerem keine Renovierung mehr erfahren, so werden die Erben vermutlich ohnehin umfangreichere Modernisierungsmaßnahmen durchführen. Wer dabei auf hohe energetische Standards setzt, wird gleich in mehrfacher Weise belohnt. Wird die Immobilie später selbst genutzt, so lassen sich durch eine energetische Sanierung deutliche Einsparungen bei den Heizkosten erzielen. Sollen die Wohnungen vermietet werden lässt sich durch den höheren Wert ein besserer Mietpreis erzielen. Dazu kommt, dass Immobilienbesitzer bei einer energetischen Modernisierung durch verschiedene Fördermittel unterstützt werden. So stellt beispielsweise die staatliche Kreditanstallt für Wiederaufbau (KfW) mit ihrem Programm „Energetisches Bauen und Sanieren“ zinsgünstige Darlehen zur Verfügung. Dabei gilt, je höher die erreichten Energieeinsparungen desto mehr Fördermittel werden gewährt.

Aktuell bietet die KfW für Bauherren geförderte Darlehen mit einem effektiven Zinssatz von 1,0 Prozent an. Wer den höchsten Standard für ein KfW-Effizienzhaus 55 erfüllt erhält zudem einen Tilgungszuschuss von 17,5 Prozent des gewährten Förderdarlehens. Hierbei handelt es sich sozusagen um eine gesonderte Zulage, die nicht an die KfW zurückgezahlt werden muss. Wer seine Immobilie ohne Finanzierung modernisieren möchte, kann bei der KfW einen Investitionszuschuss von bis zu 18.500 Euro erhalten. Dieser richtet sich ebenfalls nach der jeweils erzielten Energieeffizienz. Dazu werden auch für Stromspeicher, Solaranlagen oder eine Baubegleitung Fördermittel zur Verfügung gestellt. Wer sich im Vorfeld über die Möglichkeiten einer energetischen Sanierung informieren möchte, der kann über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eine Energiesparberatung in Anspruch nehmen. Über die Datenbank der Dena lässt sich einfach und schnell ein kompetenter Energieberater in der Nähe finden. Dazu kann über eine Fördermittelsuche auch nach regionalen Förderungen gesucht werden.

Energieausweis als Erfolgskontrolle

Wurde die Modernisierung erfolgreich abgeschlossen erhält der Immobilienbesitzer zur Krönung einen Energieausweis. In diesem wird der energetische Zustand des Gebäudes festgehalten, welcher sich dann einfach mit anderen Immobilien vergleichen lässt. Wer eine Immobilie verkaufen oder vermieten möchte muss dem Käufer bzw. Mieter auf dessen Wunsch einen Energieausweis vorlegen. Soll das Haus dagegen selbst genutzt werden ist der Energieausweis nicht zwingend erforderlich.

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