Wärmebrücken: Schwachstellen im Gebäude

Wärmebrücken: Schwachstellen im Gebäude
Foto © Tim Reckmann /pixelio.de

Wärmebrücken machen ein Gebäude ineffizient und lassen die Heizkosten anwachsen. Aber auch Schäden am Haus können durch mangelnde Wärmedämmung entstehen. Als Wärmelecks lassen sich vor allem Fenster, Rollladenkästen, Fensterlaibungen und die Türlaibung identifizieren. Ein Wärmebrückennachweis am Gebäude lässt sich durch bildgebende Verfahren wie beispielsweise eine Thermografie erzielen.

Welchen Einfluss haben Wärmebrücken auf Bauphysik und Behaglichkeit?

Wärmebrücken gehören definitiv zu den Schwachstellen des Hauses und sollten von Anfang an vermieden werden. Vor allem Fensterbauer sind hier gefordert, denn Wärmelecks entstehen meist an Fenstern. Die Einflüsse auf die Behaglichkeit machen sich vor allem durch sinkende Temperaturen in der Wohnung bemerkbar. Was jedoch deutlich schwerer wiegt, sind Schäden an der Bausubstanz der Gebäudehülle.

Wärmelecks machen sich durch einen erhöhten Wärmefluss bemerkbar. Das lässt sich auch an Ort und Stelle erfühlen, denn hier sinkt die innere Oberflächentemperatur von Außenbauteilen in erheblichem Maße. Kalte Bauteile können auch so wahrgenommen werden und die Behaglichkeit in den eigenen vier Wänden einschränken. Doch statt eines Luftzuges wird hier Strahlungswärme entzogen und wegen einer unzureichenden Dämmschicht bzw. Innendämmung nach außen hin abgeleitet. Die Folge: Bewohner drehen die Heizung höher auf, um den Verlust an Wärme auszugleichen, was dann aber den Brennstoffverbrauch und die Heizkosten gleich mit in die Höhe treibt.

Schäden an der Bausubstanz

Die Schäden an der Bausubstanz, also an der Wand bzw. im Mauerwerk, entstehen vor allem durch Feuchtigkeit durch Tauwasser. Hierbei wird von Tauwasserausfall gesprochen, wenn bei hoher Luftfeuchtigkeit warme Luft auf eine kalte Oberfläche trifft und anschließend unter den Taupunkt abgekühlt wird. Das kann beispielsweise bei einer Wand mit unzureichender Außendämmung der Fall sein. Der Wärmeverlust wird hier auch sichtbar, denn an feuchten Stellen sind plötzlich farbliche Schattierungen zu erkennen, die auf feuchte Wände hinweisen. Noch deutlicher wird es, wenn sich an den betreffenden Stellen Sporen bilden und sich erste Schimmelpilze bilden. Das kann auch negative Folgen für die eigene Gesundheit nach sich ziehen, weswegen spätestens jetzt dringender Handlungsbedarf besteht.

Das Tauwasser kann, wenn es länger auf die Außenwand bzw. das Mauerwerk einwirkt, zu Schäden an der Gebäudehülle führen. Die Feuchtigkeit in den Wänden verstärkt das Problem der Wärmebrücken sogar noch, da Wasser eine höhere Wärmeleitfähigkeit als Luft oder das Mauerwerk selbst besitzt. Aus gutem Grund wurden die Mindestanforderungen an den Feuchteschutz in einer Norm festgehalten, der DIN 4108-2. Demnach darf die minimale Oberflächentemperatur der Innenräume 12,6 °C nicht unterschreiten. Darüber hinaus leiten sich weitere Richtlinien aus der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) ab. Demnach muss der Einfluss der Energieverluste durch Wärmebrücken auf den jährlichen Heizwärmebedarf so niedrig wie möglich gehalten werden.

Welche Wärmebrücken gibt es?

Eine Wärmebrücke macht sich durch eine örtliche Veränderung des Wärmeenergieflusses bemerkbar. Im Vergleich mit einer homogenen Wandfläche kann sich eine solche Änderung positiv oder negativ auf den Wärmeverlust auswirken. Ein Beispiel für eine positive Wärmebrücke liefern beispielsweise die Innenecken eines Raumes, da hier der Energieverlust durch die stärkere Dämmung geringer als auf der ebenen Fläche ausfällt. Bei Gebäudeaußenkanten verhält es sich wegen der exponierteren Lage genau umgekehrt. Zurückzuführen sind Wärmebrücken in erster Linie auf die Konstruktion des Gebäudes, das verwendete Material und die Geometrie des Bauteilverbunds.

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