Umweltmaut in Paris und London

Umweltmaut in Paris und London
Foto © Tim Reckmann /pixelio.de

Zwei europäische Metropolen machen Ernst in Sachen Umweltschutz: Sowohl in Paris als auch in London wurden Umweltzonen eingerichtet, welche die Zahlung einer entsprechenden Umweltmaut erforderlich machen. Wer die Gebühren nicht zahlt, dem drohen teils empfindliche Bußgelder. In Paris bedarf es einer Umweltplakette, der Crit’Air. In London müssen Fahrzeuge aus dem Ausland, die ein bestimmtes Gesamtgewicht überschreiten, zuvor bei Transport for London (TfL) registriert werden.

Die Pariser Umweltplakette

Crit’Air – so heißt die Umweltplakette, die für Fahrten in der Niedrigemissionszone von Paris nötig ist, möchte man dort als Autofahrer wegen des Einfahrens in die Umweltzone kein Bußgeld riskieren. Die Plakette sollte rechtzeitig vor Fahrtantritt online beantragt werden. Die Kosten hierfür liegen derzeit bei 4,80 Euro.

Jeder Pkw, der nach dem 31. Dezember 1996 erstmalig zugelassen wurde, benötigt für Fahrten in Paris eine Crit’Air. Wer sich darum nicht kümmert und dennoch einfährt, riskiert ein Verwarngeld von 68 Euro. Nach Erhalt muss die Plakette gut sichtbar von innen an der Frontscheibe befestigt werden.

Im vergangenen Jahr wurden in Frankreich insgesamt 28 Umweltzonen eingerichtet – sowohl feste als auch wetterabhängige. Die Crit’Air-Plakette ist in sechs Farben erhältlich, abhängig davon, welcher Abgasnorm das Fahrzeug entspricht. Vor allem ältere Fahrzeuge sollen so nach und nach aus den Innenstädten verbannt werden, indem bestimmte Klassen gar nicht mehr einfahren dürfen. Paris hat hierbei nur den Anfang gemacht. Weitere Großstädte wie Lyon, Straßburg und Grenoble sind dem Beispiel bereits gefolgt, und haben eine eigene Niedrigemissionszone eingerichtet.

Urlauber sollten vor allem die wetterbedingten Umweltzonen im Auge behalten. Durch einen entsprechenden Wechsel der Witterungsverhältnisse kann es nämlich dazu kommen, dass bestimmte Plaketten zeitweilig ihre Gültigkeit verlieren. Der aktuelle Status der Einfahrberechtigungen kann im Internet in Echtzeit unter www.crit-air.fr abgerufen werden.

Registrierung erforderlich: Die London Low Emission Zone

Der Linksverkehr bleibt nicht das einzige Hindernis, das davon abhalten kann, mit dem Auto nach London zu fahren. Denn hier gibt es die sog. London Low Emission Zone, kurz LEZ, nach der für bestimmte Fahrzeuge, die im Ausland zugelassen sind, vor der Einfahrt eine Gebühr zu entrichten ist. Sie umfasst nicht nur die Londoner Innenstadt, sondern den gesamten Großraum der englischen Hauptstadt. Wer also vor hat, in diesen Bereich einzufahren, sollte sein Fahrzeug rechtzeitig registrieren lassen. Konkret: Mindestens 10 Tage vorher, da die Registrierung einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Darüber hinaus sollte das Auto die geforderte Abgasnorm erfüllen.

Das gilt zumindest dann, wenn es unter die Kategorie „Van“ fällt. Denn betroffen sind nur Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 1,2 und bis zu 3,5 Tonnen. Normale Pkw und Motorräder sind von dieser Regelung nicht betroffen. Die Einhaltung wird per Video überwacht, wobei es in der Praxis jedoch immer wieder zu Problemen kam und Fahrzeuge mit einem niedrigeren Gesamtgewicht, die jedoch wie ein Van aussehen, erfasst wurden. Die Folge: Post vom Inkassobüro Euro Parking Collection (EPC), in der zur Zahlung eines Bußgeldes aufgefordert wird, weil man in die London Low Emission Zone eingefahren ist.

Das kann bei den Engländern deutlich teurer werden als in Paris, denn hier fallen Bußgelder von bis zu 500 Pfund an, was derzeit etwa 600 Euro entspricht. Wird das Bußgeld nicht binnen einer Frist von 28 Tagen bezahlt, verdreifacht sich der Betrag.

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