Studie: Die größten Stromverbraucher Deutschlands

Stromverschwender_Deutschlandkarte_Preisvergleich_2014

Quelle: Preisvergleich.de

Zwei aktuelle Studien des Portals Preisvergleich.de zeigen, wo in Deutschland am meisten Strom verbraucht wird. Für die Folgejahre 2013 und 2014 wurde auf Basis stichprobenartig ausgewählter Stromverträge der Pro-Kopf-Stromverbrauch von Privathaushalten ermittelt. Insgesamt fällt auf, dass westdeutsche Haushalte verschwenderischer mit Strom umgehen als Haushalte der neuen Bundesländer. Ausschlaggebend dürfte jedoch nicht das Einkommen allein sein, denn unter den „Stromsparern“ finden sich auch wirtschaftlich gut gestellte Städte. Während der Pro-Kopf-Stromverbrauch in Deutschland im Jahr 2014 gesunken ist, zeichnet sich für 2015 ein neuerlicher Anstieg ab.

Der Stromverbrauch der Deutschen im Jahr 2013

Bundesweit zeigt sich in Sachen Stromverbrauch eher eine Stagnation, denn er ist im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2012 nur unwesentlich gesunken – trotz der schärferen EU-Richtlinien zu sparsameren Elektrogeräten und Glühlampen. Der durchschnittliche Stromverbrauch lag pro Kopf bei 1.836 kWh im Jahr 2013. Im Jahr 2012 lag dieser Wert nur geringfügig höher, nämlich bei 1.858 kWh. Bemerkenswert ist der durchschnittliche Stromverbrauch aufgeteilt in Ost- und Westdeutschland. Während im Westen der Republik pro Kopf 1.885 kWh pro Jahr verbraucht wurden, sind es im Osten nur 1.614 kWh. Insgesamt wurden 120 Städte untersucht.

Die Liste der größten Stromverbraucher wird von den Städten Bamberg (2.235 kWh), Regensburg (2.183 kWh) und Osnabrück (2.180 kWh) angeführt. In Bamberg liegt der Stromverbrauch damit 21,8 Prozent über dem deutschen Durchschnitt mit 1.836 kWh. Nirgendwo sonst wird in Deutschland so viel Strom verbraucht – und die bayerische Stadt belegt damit Platz 1 auf der Stromverschwender-Liste. Unter der Annahme eines Strompreises von 20 Cent pro Kilowattstunde zahlen Bamberger damit im Jahr etwa 80 Euro mehr für ihren Strom. Verglichen mit den Einwohnern von Schwerin, die deutschlandweit am wenigsten Strom verbrauchen, sind es sogar satte 177 Euro mehr.

Dabei bestätigt sich noch einmal das Gesamtbild, denn keine dieser Städte liegt im Osten. Dort finden sich hingegen die größten Stromsparer Deutschlands. Zum Vergleich: In Magdeburg wurden im Jahr 2013 pro Kopf nur 1.515 kWh verbraucht, in Dresden 1.463 kWh und in Neubrandenburg 1.421 kWh. In Erfurt waren es sogar nur 1.394 kWh. Die meisten Stromsparer leben jedoch in Schwerin, denn hier kommt man im Schnitt auf nur noch 1.350 kWh pro Jahr.

Auf Länderebene hat sich aber gezeigt, dass nicht die Bayern am meisten Strom verbrauchen, sondern die Niedersachsen und die Nordrhein-Westfalen. In Niedersachsen kam man pro Kopf auf 2.145 kWh, in Nordrhein-Westfalen auf 2.137 kWh. Zum Vergleich: In Mecklenburg-Vorpommern verbrauchen die Menschen pro Jahr fast 680 kWh weniger. Zudem geben die Bürger in Niedersachsen 135 Euro mehr für Strom aus. Der größte Anstieg beim Verbrauch konnte in Nordrhein-Westfalen festgestellt werden, denn hier wurden im vergangenen Jahr 256 kWh mehr verbraucht als noch im Vorjahr. Das macht 50 Euro an Mehrkosten.

Übersicht: Die größten Stromverbraucher Deutschlands

Die folgende Liste gibt noch einmal einen alphabetisch geordneten Überblick über die größten Stromverbraucher Deutschlands und ihren Mehrverbrauch gegenüber dem Durchschnitt:

  • Aachen (2.147 kWh, +17%)
  • Aschaffenburg (2.024 kWh, +10,3 %)
  • Bamberg (2.235 kWh, +21,8 %)
  • Bayreuth (2.077, +13,2%)
  • Bremerhaven (2.101 kWh, 14,5%)
  • Celle (2.107 kWh, +14,8%)
  • Fürth (2.079 kWh, +13,2%)
  • Hannover (2.075 kWh, +13%)
  • Heilbronn (2.065 kWh, +12,5%)
  • Ludwigshafen (2.077 kWh, +13,1%)
  • Oldenburg (2.116 kWh, +15,3%)
  • Osnabrück (2.180 kWh, +18,7%)
  • Passau (2.040 kWh, +11,2%)
  • Regensburg (2.183 kWh, +18,9%)
  • Saarbrücken (2.120 kWh, +15,5%)
  • Wolfsburg (2.020 kWh, +10%)

Damit kommen die größten Stromverschwender-Städte aus den Bundesländern Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Hierbei fällt bereits deutlich das Ost-West-Gefälle auf, denn keine einzige Stromverschwender-Stadt liegt in einem der östlichen Bundesländer.

Am Beispiel Oldenburg zeigt sich, dass der Stromverbrauch im vergangenen Jahr sogar in einigen Städten gestiegen ist. In diesem Fall waren es 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleiches gilt für Bremerhaven mit 5,7 Prozent mehr als 2012. Es geht aber auch in die andere Richtung, wie es beispielsweise Passau zeigt. Denn gegenüber 2012 konnte im Jahr 2013 der durchschnittliche Stromverbrauch um fast 10 Prozent gesenkt werden. Auch in Aschaffenburg und Fürth lässt man sich allmählich zum Umdenken bewegen, denn in diesen beiden Städten ging der Stromverbrauch um 4,1 Prozent bzw. 3,8 Prozent zurück.

Was sich im Jahr 2014 geändert hat

Für das Folgejahr 2014 hat das Portal Preisvergleich.de abermals 200.000 private Stromverträge unter die Lupe genommen. Insgesamt legen die Ergebnisse eine erfreuliche Entwicklung nahe: Betrug der Pro-Kopf-Stromverbrauch in Deutschland im Jahr 2013 noch 1.836 kWh, so ist er 2014 auf 1.654 kWh gesunken. Eine Ersparnis, die sich auch finanziell bezahlt macht – im Durchschnitt blieben deutschen Haushalten damit 52 Euro mehr in der Geldbörse.

Bayrische Städte nach wie vor führend

Betrachtet man die Ergebnisse aus dem Jahr 2014 im Detail, so zeigt sich zunächst ein ähnlicher Trend: Die Hitliste der „Stromverschwender“ wird von westdeutschen Städten angeführt, und hier speziell von bayrischen Kommunen. Im Detail haben sich die Verbrauchsmuster freilich verändert. In Bamberg, Bayreuth, Aachen, Osnabrück, Passau und Regensburg liegt der Pro-Kopf-Stromverbrauch 2014 nach wie vor um mehr als 10 % über dem deutschlandweiten Durchschnitt. Die ehemaligen „Stromverschwender“ Celle und Ludwigshafen haben sich hingegen fast exakt dem bundesweiten Durchschnitt angepasst, und Bremerhaven erreicht 2014 sogar einen leicht unterdurchschnittlichen Verbrauchswert.

Insgesamt verzeichnet man in Deutschland im Jahr 2014 in 16 Kommunen einen überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Stromverbrauch (mehr als 1.813 kWh):

  • Aachen (2.147 kWh)
  • Bamberg (1.974 kWh)
  • Bayreuth (1.911 kWh)
  • Erlangen (1.886 kWh)
  • Gießen (1.861 kWh)
  • Heide (1.865 kWh)
  • Hof (1.961 kWh)
  • Lüneburg (1.813 kWh)
  • Marburg (1.844 kWh)
  • Oberhausen (1.869 kWh)
  • Straubing (1.938 kWh)
  • Trier (1.910 kWh)
  • Würzburg (1.823 kWh)

Interessant ist: Während zahlreiche Nachbarstädte zu den „Stromverschwendern“ zählen, kommt das bayrische Ingolstadt mit bescheidenen 1.357 kWh aus. Auch die süddeutschen Städte Freiburg, Stuttgart, Ulm und Heidelberg schaffen es im Jahr 2014 auf die Liste der „Stromsparer“. Wie schon 2013 sind jedoch ostdeutsche Städte federführend, wenn es um den sparsamen Umgang mit Strom geht.

Pro-Kopf-Verbrauch steigt aktuell wieder an

Auch wenn derzeit (Dezember 2016) nur vorläufige Ergebnisse vorliegen: Der Sparefroh-Trend aus dem Jahr 2014 dürfte sich in Deutschland aktuell nicht fortsetzen. Laut Statistischem Bundesamt ist der Gesamt-Stromverbrauch deutscher Privathaushalte zuletzt wieder gestiegen, nämlich von 130.949 GWh im Jahr 2014 auf 132.403 GWh im Jahr 2015.

Welchen Einfluss hat das Durchschnittseinkommen auf den Stromverbrauch?

Eine weitere Frage ist die nach dem durchschnittlichen Einkommen der Städte. Bekannt ist ja, dass das Durchschnittseinkommen im Osten Deutschlands etwas niedriger ist. Diese Frage konnte die Studie aber nicht eindeutig beantworten. Generell gilt aber, dass das Einkommen in Städten mit hohem Stromverbrauch etwas höher liegt. Die Unterschiede fallen aber nicht allzu hoch aus, denn in den Stromverschwender-Städten stehen pro Jahr 22.500 Euro brutto pro Kopf zur Verfügung. Bei den Stromsparern sind es 21.200 Euro. Bezieht man jetzt noch jene Städte mit dem größten Einkommen pro Kopf mit in den Vergleich ein, relativiert sich das Gesamtbild noch mehr. Denn Hamburg (28.819 Euro), München (32.243 Euro) und Stuttgart (26.176 Euro) gehören alle zur Gruppe der Normalverbraucher.

In Städten mit deutlich niedrigerem Einkommen zeigt sich, dass hier die Bereitschaft zum Stromsparen deutlich ausgeprägter ist. Das zeigt sich auch an der Liste der größten Stromsparer Deutschlands, die von Schwerin angeführt wird. Dort hat man im Jahr 2013 ganze 26,5 Prozent weniger verbraucht als der Durchschnitt. Auch Erfurt (-24,1%), Neubrandenburg (-22,6%) und Dresden (-20,3%) dürfen sich zu den größten Stromsparern Deutschlands zählen.

So wurde das Ergebnis ermittelt

Eine aktuelle Studie des Portals Preisvergleich.de zeigt, wo in Deutschland am meisten Strom verbraucht wird. Im Rahmen der Untersuchung wurden 120 Städte im Gesamten Bundesgebiet ausgewählt und stichprobenartig Strom-Verträge unter die Lupe genommen, welche in den Jahren 2012 und 2013 abgeschlossen wurden. Des Weiteren wurden die durchschnittlichen Haushaltsgrößen berücksichtigt, die von den statistischen Landesämtern und dem statistischen Bundesamt ausgewiesen werden, um so den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch ermitteln zu können. Im Zuge der Bewertung wurden dann drei Gruppen gebildet: Stromsparer, normale Stromverbraucher und Stromverschwender. Stromsparer verbrauchen im Schnitt 10 Prozent weniger Strom als der Durchschnitt mit 1.850 Kilowattstunden, Stromverschwender liegen mit mehr als 2.105 kWh deutlich darüber.

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