Strompreis 2017: Deutliches Ost-West-Gefälle zu erkennen

Vergleich der Strompreise in Deutschland

Wo ist der Strom in Deutschland am teuersten?
Foto © birgitH / pixelio.de

Wenn von Strompreisen die Rede ist, werden meist Durchschnittswerte erwähnt, die für ganz Deutschland gelten. Nicht umsonst gilt Deutschland als eines der teuersten Länder Europas, was die Kosten für elektrische Energie anbelangt. Tatsächlich gibt es jedoch auch deutliche regionale Unterschiede, auf die es sich einen Blick zu werfen lohnt.

Der Strompreis ist auch vom Land abhängig

Wie viel Geld jeder Verbraucher in Deutschland Jahr für Jahr für Strom ausgibt, ist natürlich in erster Linie vom individuellen Verbrauch abhängig. Laut dem Verbraucherportal Verivox sollte aber auch der Wohnort in Deutschland als Kostenfaktor nicht unterschätzt werden, denn von Bundesland zu Bundesland konnten einige erhebliche Unterschiede festgestellt werden. Dabei zeigt sich, dass vor allem die Menschen in den östlichen Bundesländern kräftiger zur Kasse gebeten werden. Besonders günstig kommt man hingegen in Bremen und Bayern weg.

Unter der Annahme eines 4.000 Kilowattstunden umfassenden Durchschnittsverbrauchs zahlen Verbraucher in Bremen im Schnitt 1.054 Euro pro Jahr für Strom. Damit ist es hier am günstigsten. Nicht einmal 30 Euro mehr pro Jahr zahlen Verbraucher viel weiter im Süden von Deutschland, nämlich in Bayern. Dort kommen unter der gleichen Annahme jährlich nur 1.082 Euro zusammen. Auch in Niedersachsen (1.088 Euro) und Hessen (1.096 Euro) ist der Strompreis vergleichsweise niedrig.

Am anderen Ende der Tabelle schnellt der Strompreis merklich in die Höhe. Spitzenreiter mit im Schnitt 1.180 Euro für 4.000 Kilowattstunden ist das Land Brandenburg. Hier zahlen Bürger 126 Euro mehr für die gleiche Menge an Strom als in Bremen, wo der Strompreis in Deutschland am günstigsten ist. Und auch bei der Betrachtung der weiteren Spitzenplätze bleiben wir im Osten der Republik. Auf Platz zwei folgt nämlich das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, das in Deutschland eine Vorreiterrolle bei der Versorgung mit erneuerbaren Energien einnimmt. Hier zahlen die Bürger 1.164 Euro für 4.000 Kilowattstunden. In Thüringen gestaltet sich die Sache ähnlich mit 1.146 Euro.

Erst jetzt folgt mit Hamburg, wo sich der Strompreis auf 1.145 Euro beläuft, das erste westdeutsche Bundesland. Es folgen auf Platz 5 Berlin (1.140 Euro), auf Platz 6 Schleswig-Holstein (1.139 Euro), auf Platz 7 Sachsen-Anhalt (1.135 Euro) und auf Platz 8 Sachsen (1.133 Euro).

Woher kommen die Unterschiede?

Der Hauptschuldige für diese zum Teil deutlichen Unterschiede beim Strompreis ist schnell gefunden, wenn man die Zusammensetzung der Strompreise betrachtet: Netzentgelte. Diese machen rund ein Viertel vom durchschnittlichen Strompreis aus und variieren von Bundesland zu Bundesland besonders stark. Vor allem in den östlichen Bundesländern fallen sie deutlich höher aus als im Rest von Deutschland. Hinzu kommt, dass Teile der Mehrkosten auf den vermehrten Einsatz von erneuerbaren Energien zurückzuführen sind. Die Energiewende macht sich somit nicht allein durch EEG- und KWK-Umlage bemerkbar, deren Anteile bei 24,8 und 1,6 Prozent liegen, sondern eben auch über die Netznutzungsentgelte.

Durch den höheren Anteil an erneuerbarem Strom müssen die Übertragungsnetzbetreiber viel öfter in die Netzregulierung eingreifen. Ein typisches Beispiel liefert der in den Windkraftanlagen des Nordens erzeugte Strom, von dem es bei günstigen Windverhältnissen durchaus auch mal zu viel geben kann. Das wiederum macht entsprechende Maßnahmen erforderlich. Diese Stabilisierung der Netze kostet jedoch Geld, was den Strompreis auf regionaler Ebene mal mehr, mal weniger stark in die Höhe treibt.

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