Der Rosenfeld-Effekt: Kalifornien als energiepolitischer Musterschüler

Der Rosenfeld Effekt: Kalifornien als Vorreiter in Sachen Energieverbrauch

Kalifornien als Vorreiter in Sachen Energieverbrauch
Foto © Sven Rixen / pixelio.de

Fast scheint es wie ein unabänderliches Naturgesetz: Seit Jahrzehnten nimmt der Energieverbrauch in der westlichen Welt zu, und eine echte Wende ist trotz aller Bekenntnisse zum Klimaschutz nicht in Sicht. Dass es auch anders geht, beweist der US-Bundesstaat Kalifornien: Dort wurden bereits in den 1970er-Jahren die Weichen konsequent in Richtung Energieeffizienz gestellt. Das verblüffende Ergebnis ist als Rosenfeld-Effekt bekannt geworden.

Kalifornien: Pro-Kopf-Stromverbrauch stagniert seit Jahrzehnten

Wie eine grüne Oase inmitten einer auf großem (ökologischem) Fuß lebenden Nation nimmt sich der Bundesstaat Kalifornien aus: Der Pro-Kopf-Stromverbrauch ist seit 1973 kaum gestiegen, sondern hat sich auf einem Niveau von ca. 6.500 Kilowattstunden eingependelt. Ein völlig konträres Bild zeigt sich im Rest der USA, wo der Bedarf an Elektrizität im gleichen Zeitraum um fast 50 Prozent zugelegt hat. Satte 12.000 Kilowattstunden an Strom verbraucht der durchschnittliche US-Bürger derzeit pro Jahr. Dass Kalifornien in Sachen Energieverbrauch eigene Wege geht, ist eng mit dem Namen einer Person verknüpft: Dr. Arthur Rosenfeld, Vordenker im Bereich nachhaltiger Energien und Energieeffizienz.

Die Person hinter dem Rosenfeld-Effekt

Rosenfelds Karriere begann als Professor für Physik an der renommierten Universität Berkeley. Ab 1994 war er als Senior Advisor im US-Department of Energy tätig, zwischen 2000 und 2010 prägte Rosenfeld als Kommissionsmitglied der kalifornischen Energy Commission ganz entscheidend die Energiepolitik des Bundesstaates Kalifornien. Rosenfeld gilt als Pionier und Wegbereiter zahlreicher technologischer Innovationen sowie energiepolitischer Grundsatzentscheidungen. Bekannt ist er vor allem für seine konsequenten Bemühungen zur Steigerung der Energieeffizienz – ein entscheidender Erfolgsfaktor, der den kalifornischen Sonderweg ermöglicht hat. Aus diesen Gründen wurde der umtriebige Physik-Professor zum Namensgeber für den „Rosenfeld-Effekt“.

Rosenfeld-Effekt beruht auf mehreren Säulen

Wie erklärt sich das kalifornische Erfolgsmodell? Maßgeblich für den Rosenfeld-Effekt dürften mehrere strategische Entscheidungen sein:

  • Forschung und Entwicklung: Die kalifornische Energiebehörde hat konsequent in Forschungsprojekte zur Entwicklung nachhaltiger Energieformen und technologischer Verbesserungen investiert.
  • Technologische Innovationen: Ob Kühlschrank, Klimaanlagen oder Lichtsysteme – einen wesentlichen Grund für den Rosenfeld-Effekt sehen Experten darin, dass Elektrogeräte in Kalifornien in den letzten Jahrzehnten wesentlich energieeffizienter geworden sind.
  • Entkopplung: Die Spielregeln für Energiekonzerne wurden so festgesetzt, dass die Einnahmen nicht von den verkauften Strommengen abhängen.
  • Popularisierung von nachhaltigen Energien: Ein entscheidender Punkt für die Stabilisierung des kalifornischen Energieverbrauchs dürfte schließlich die Sensibilisierung der Bevölkerung und die Popularisierung nachhaltiger Energieformen sein.

In Europa gibt es bislang keine mit dem Rosenfeld-Effekt vergleichbaren Beispiele. Eines zeigt der kalifornische Weg jedenfalls deutlich auf: Der steigende Energieverbrauch der westlichen Welt ist kein unabänderliches Schicksal, sondern lässt sich durch ein Bündel an Maßnahmen sehr wohl in den Griff bekommen.

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