Energieeinsparverordnung (EnEV) setzt Impulse für klimaneutrales Bauen und Wohnen

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Energieeinsparverordnung (EnEV)
© ehuth / pixelio.de

Der Energiehunger unserer Wohngebäude ist groß. Derzeit gehen in Deutschland rund 40 % des jährlichen Energieverbrauchs und etwa 30 % der CO2-Emissionen auf die Heizung und Kühlung von Gebäuden zurück. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) soll die energetische Bilanz im Wohnsektor verbessern und gilt damit als bedeutsames Instrument deutscher Klimapolitik. Verschaffen Sie sich im Folgenden einen Überblick über die wichtigsten Inhalte.

Ziel und Hintergrund der Verordnung

Im Jahr 2002 hat der Gesetzgeber die damalige Wärmeschutzverordnung sowie die Heizungsanlagenverordnung kurzerhand zu einem einzigen Regelwerk zusammengefasst – der Energieeinsparverordnung (EnEV). Ziel dieser Vereinheitlichung war es, die Energiebilanz von Gebäuden in einem ganzheitlichen Sinn zu berücksichtigen. Stärker als frühere Regelungen orientiert sich die Energieeinsparverordnung an einem sogenannten Ökobilanz-Ansatz: Als primäre Bezugsgröße gilt immer der sogenannte Primärenergiebedarf, der – anders als der Endenergiebedarf – auch die Verluste bei Gewinnung, Aufbereitung, Transport und Speicherung des Energieträgers beinhaltet.

Zu den wichtigsten Inhalten der Energieeinsparverordnung zählen:

  • Energieeffizienz-Standards von Neubauten
  • Energieeffizienz-Standards bei der Renovierung bestehender Gebäude
  • Mindeststandards bei Wärmedämmung und Anlagentechnik
  • Energieausweise von Gebäuden

Erhöhte Anforderungen an die Energieeffizienz

Sowohl im Neubau als auch bei Renovierungen im Altbau gibt die Energieeinsparverordnung Grenzwerte für den erlaubten Jahres-Primärenergiebedarf vor. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie viel Energie für Heizung, Kühlung und Warmwasserbereitung aufgewendet wird, sondern auch die Art des Energieträgers: Aufgrund ihrer klimafreundlichen Erzeugung wirken sich erneuerbare Energieträger besser auf die Energiebilanz aus als etwa Heizöl. Die Vorgaben des Gesetzgebers sind jedoch flexibel. Wer keine Solarkollektoren oder Holzpellets nutzen will, kann stattdessen auf eine verbesserte Wärmedämmung setzen.

Neben Grenzwerten für den gesamten Primärenergiebedarf gibt die Energieeinsparverordnung auch gewisse Mindeststandards bei Wärmedämmung und Anlagentechnik vor. So gilt etwa seit 2015 eine Austauschpflicht für veraltete Heizkessel, darüber hinaus ist neuerdings eine Wärmedämmung der obersten Geschossdecke vorgeschrieben. Begleitende Förderprogramme sollen finanzielle Belastungen für Hausbesitzer abfedern.

Energieausweise: Mehr Transparenz für Käufer und Mieter

Neu eingeführt wurde durch die EnEV auch die Energieausweispflicht beim Verkauf oder bei der Vermietung von Wohngebäuden. Neben den energetischen Kennzahlen beinhalten die Energieausweise seit 2014 auch Energieeffizienzklassen, wie sie bereits von Elektrogeräten bekannt sind. Potentielle Käufer oder Mieter sollen dadurch auf einen Blick die energetische Qualität des Gebäudes und damit auch die laufenden Heizkosten abschätzen können. Auch in Immobilienanzeigen ist die Angabe der Energieeffizienzklasse mittlerweile verpflichtend.

Energetische Anforderungen im Wohnungsbau steigen

Die Bundesregierung hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu realisieren. Aus diesem Grund sind regelmäßige Novellen der Energieeinsparverordnung vorgesehen. So gilt etwa seit Beginn des Jahres 2016 ein um 25 % geringerer Grenzwert für den Primärenergiebedarf von Neubauten als bisher. Auch die Anforderungen an die Wärmedämmung sind um 20 % gestiegen.

Wer seine Immobilie renoviert oder einen Neubau ins Auge fasst, sollte daher die regelmäßigen Verschärfungen energetischer Standards durch die Energieeinsparverordnung im Hinterkopf behalten. Es kann sich lohnen, die gesetzlichen Mindestvorgaben von vornherein zu überbieten.

1 Kommentar

  1. Ich bin sehr froh, dass ein Energienachweis eingeführt worden ist. In der Schweiz gibt es sogar noch einen Wärmeschutznachweis, Lärmschutznachweis und ein Wärmedämmnachweis. Da hätten wir schon nochmal Potenzial dies noch weiter zu verbessern.

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