Energiebewusstes Bauen

Energiebewusstes Bauen

Energiebewusstes Bauen
Foto © Rainer Sturm /pixelio.de

Energie sparen, Geld sparen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Drei ambitionierte Ziele, die sich durch energiebewusstes Bauen realisieren lassen. Die richtige Planung und die passende Technik vorausgesetzt, lassen sich Häuser errichten, die nur noch sehr geringe Mengen an Energie benötigen.

Gut gedämmt ist halb gespart

Energiesparen beginnt mit einer effektiven Dämmung. Auch die effizienteste Heizung wird mehr Energie als nötig benötigen, wenn die Wärme gleich wieder nach außen hin weitergeleitet wird. Ein Energiesparhaus sollte die Wärmeverluste deswegen so niedrig wie möglich halten. Vor allem Fassaden- und Dachdämmung sind hierbei zwei besonders wichtige Faktoren, denn dadurch lassen sich die Wärmekosten um mehr als 30 Prozent reduzieren. Wichtig ist auch moderne Fenster und Türen, denn hier liegen die Schwachstellen eines jeden Hauses. Sie bilden sog. Wärmebrücken, über die mehr Wärme nach außen abgeführt wird. Die Erneuerung von Fenstern kann 7 Prozent der Energiekosten einsparen. Weitere interessante Fakten zum Thema Wärmedämmung gibt es hier!

Heizung

Je älter die Heizung, desto größer auch das Sparpotenzial. In deutschen Kellern arbeiten Heizungen, die zum Teil schon mehrere Jahrzehnte alt sind. Ein Austausch ist hier durch hohe Heizkosteneinsparungen besonders lohnenswert und entsprechend schnell amortisieren sich die Investitionskosten. Moderne Steuerungslösungen für Heizsysteme tragen ebenfalls zum Energiesparen bei.

Solarthermie

Mithilfe von Solarthermie lässt sich in den Sommermonaten der gesamte Bedarf an Brauchwasser abdecken. Die Sonnenkollektoren wandeln Strahlungsenergie der Sonne direkt in thermische Energie um. Auch in der Übergangszeit leistet eine Solarthermieanlage noch gute Dienste. Selbst in den Wintermonaten sind noch Einsparungen zwischen 24 und 40 Prozent möglich. Auf das Jahr gerechnet lassen sich die Kosten für Warm- und Brauchwasser um bis zu 60 Prozent senken. Die gesamten jährlichen Energiekosten können folglich um bis zu 35 Prozent sinken, je nach Sonneneinstrahlung. Je mehr Solarstrom selbst genutzt werden kann, desto niedriger fallen die privaten Stromkosten aus. Dazu ist es aber nötig, den tagsüber im Überfluss erzeugten Strom zwischenzuspeichern. Photovoltaik-Stromspeicher stellen die Energie dann zur Verfügung, wenn sie tatsächlich gebraucht wird.

Als Unternehmer energieeffizient bauen oder sanieren

Unternehmer haben ein besonderes Interesse daran, energieeffizient zu bauen oder zu sanieren. Energiekosten, die durch Heizung, elektrische Anlagen und Warmwasser entstehen, machen einen großen Anteil der Gesamtkosten eines Betriebes aus. Durch die Erzeugung von Energie steigt in gleichem Maße die Unabhängigkeit von Energieversorgern und schwankenden Preisen bei fossilen Energieträgern. Daneben macht sich ein auf Nachhaltigkeit optimiertes Konzept auch bei den Kunden positiv bemerkbar und verstärkt die Kundenbindung.

Beratung zu energieeffizientem Bauen

Energieeffizienz ist ein komplexes Themenfeld, bei dem es sich lohnt, sich näher zu informieren. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen stehen Energieberater zur Verfügung, mit denen sie gemeinsam sinnvolle Maßnahmen erarbeiten. Bei vielen staatlich geförderten Maßnahmen ist das Hinzuziehen eines Energieberaters sogar Voraussetzung für die Gewährung einer Förderung. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es auf den Seiten der Energie-Sparzentrale!

Ortsabhängiger Energieverbrauch

Gerade bei der Nutzung von Sonnenenergie sollte ein Blick auf die Globalstrahlung vor Ort geworfen werden. Die Globalstrahlung gibt die Anzahl der Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr an. Im Süden Deutschlands liegt sie im Schnitt bei 1.190 kWh/m², im Norden sind es 1.000 kWh/m². Beim Dach sollte es sich möglichst um eine schräge Dachkonstruktion handeln, das nach Süden ausgerichtet ist. Der ideale Einfallwinkel für das Sonnenlicht beträgt 90 Grad. Sonnenenergie lässt sich durch optimale Gebäudeausrichtung aber auch ohne Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen nutzen. Gibt es viele Fenster in einem gut gedämmten Haus nach Süden hin, kann es sich auch in den Wintermonaten bei entsprechendem Sonnenschein aufheizen.

Auf eine zu verwinkelte Bauweise sollte möglichst verzichtet werden, denn je mehr Außenwände ein Haus besitzt, desto mehr Energie geht verloren. Es sollte also schon beim Planen auf ein günstiges Verhältnis der Außenfläche zum beheizten Wohnraum geachtet werden. Eine kompakte, möglichst kastenförmige Bauweise hat sich in der Praxis als optimale Lösung bewähren können. Je weniger Fläche die Außenwände in Anspruch nehmen, desto geringer fallen auch die Kosten für die Wärmedämmung aus.

Smart Home-Lösungen

Mit fortschrittlichen Smart Home-Lösungen hilft das Haus mit, den Energiebedarf zu senken. Technische Geräte und Anlagen lassen sich dann bedarfsgerecht und von unterwegs aus steuern. Schon mit einer intelligenten Heizungssteuerung lassen sich die Energiekosten ganz erheblich senken, denn geheizt wird nur, wo und wann es wirklich nötig ist. Mittels programmierbarer Thermostate lässt sich genau festlegen, wann welcher Raum bis zu welcher Temperatur beheizt werden soll. So kann die Temperatur rechtzeitig erhöht werden, bevor die Bewohner wieder zuhause ankommen.

Förderung

Sowohl für energieeffizientes Bauen als auch für energetische Sanierungsmaßnahmen an Bestandsgebäuden stellt der Staat Fördermittel zur Verfügung. Zentrale Anlaufstelle ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die sich auf die Vergabe von Fördermitteln spezialisiert hat. Hier finden sich beispielsweise günstige Kredite und Zuschüsse für KfW-Effizienzhäuser und diverse Maßnahmen zur energetischen Sanierung. Auch beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) werden Hausbesitzer fündig, wenn es beispielsweise um die Installation einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energieträger geht.

Energiesparen beim Hausbau: 5 Tipps für die richtige Planung

  1. Von Anfang an zur Sonne hin ausrichten: Die Sonne beliefert uns kostenlos mit Energie. Je besser diese unerschöpfliche Energiequelle in die Planung mit einbezogen wird, desto mehr Einsparungen lassen sich realisieren.
  2. Fördermittel: Schon früh die zur Verfügung stehenden Fördermittel ermitteln, damit sie vor Beginn der Maßnahme beantragt werden können.
  3. Energiebewusst leben und Smart Home-Lösungen integrieren.
  4. Bei der Heizung auf erneuerbare Energien statt fossile Energieträger setzen.
  5. Möglichst mehrere nachhaltige Lösungen wie z. B. Wärmepumpen, Solarthermie und Photovoltaik kombinieren.

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