EEG-Umlage 2017: Weitere Erleichterungen für energieintensive Unternehmen

EEG-Umlage 2017: Erleichterungen für energieintensive Unternehmen?
Bernd Kasper / pixelio.de

Erneuerbare Energien ausbauen, ohne dabei energieintensiven Branchen zu schaden – diesen Spagat will die Bundesregierung mit ihren Zusatzbestimmungen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bewältigen. Mit Jahresbeginn tritt die „EEG-Novelle 2017“ und damit eine weitere Erleichterung in Kraft: Einen Antrag auf Begrenzung der EEG-Umlage können 2017 zahlreiche Unternehmen stellen, die bisher mit ihrem Stromverbrauch knapp unter dem erforderlichen Schwellenwert lagen.

Was ändert sich bei der EEG-Umlage 2017?

Für Unternehmen mit hohem Stromverbrauch sieht das EEG 2017 eine „besondere Ausgleichsregelung“ vor, die es ermöglicht, sich von einem Teil der EEG-Umlage befreien zu lassen. Dadurch sollen gravierende Wettbewerbsnachteile am internationalen Markt vermieden werden. Voraussetzung ist, dass die sogenannte Stromkostenintensität gewisse Schwellenwerte übersteigt. Diese ist im EEG definiert als Verhältnis zwischen der Bruttowertschöpfung des Unternehmens und den anfallenden Stromkosten – berechnet auf Basis des durchschnittlichen Strompreises und des Verbrauchs innerhalb der letzten drei Geschäftsjahre.

Unternehmen, die einer Branche der Liste 1 nach Anlage 4 angehören, mussten bisher eine Stromkostenintensität von mindestens 17 Prozent nachweisen, um von der Ausgleichsregelung zu profitieren. Dieser Schwellenwert wird nun gesenkt. Ein Antrag auf Herabsetzung der EEG-Umlage kann 2017 auch dann gestellt werden, wenn die Stromkostenintensität eines Liste-1-Unternehmens zwischen 14 und 17 Prozent beträgt.

Höhe der Begrenzung hängt von Stromkostenintensität ab

Wie berechnet sich die EEG-Umlage 2017 konkret? Wie schon bisher zahlen alle Unternehmen für die erste Gigawattstunde pro Jahr die volle EEG-Umlage. Für jede weitere Kilowattstunde werden für Unternehmen nach Liste 1 mit einer Stromkostenintensität zwischen 14 und 17 Prozent nur noch 20 Prozent der EEG-Umlage fällig. Bei einer Stromkostenintensität von mehr als 17 Prozent reduziert sich die EEG-Umlage für Liste-1-Unternehmen weiter auf 15 Prozent. Keine Veränderungen ergeben sich für Unternehmen, die Branchen der Liste 2 nach Anlage 4 zugeordnet werden. Sie können ihre EEG-Umlage auch 2017 auf 15 Prozent herabsetzen lassen, falls ihre Stromkostenintensität über 20 Prozent liegt.

Veränderte Abrechnung durch die EEG-Umlage 2017

Von der Möglichkeit zur Senkung der EEG-Umlage werden künftig also mehr Unternehmen als bisher profitieren – unter anderem Säge- und Hobelwerke, Webereien und Bergbauunternehmen. Eine weitere Neuerung ist der veränderte Abrechnungsmodus: Die EEG-Umlage wird 2017 nicht mehr an den Energieversorger, sondern an den Übertragungsnetzbetreiber abgeführt.

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