Der Energiesparversuch – Energieverbrauch senken

Hausanalyse

Das fast 20 Jahre alte Haus wird energietechnisch unter die Lupe genommen.

Mit einfachen Verhaltensänderungen und kleinen Investitionen lassen sich ein paar hundert Euro sparen. Um dies zu zeigen, suchten wir eine „Energiespar“-Familie, die wir ein Jahr begleiten. Familie Buck aus Gülze bei Boizenburg hat sich mit ihrem Einfamilienhaus aus dem Jahr 1994 beworben. Bewohnt wird das Haus von Melanie und Guido Buck sowie ihren Kindern Emma und Friedrich. Die vierköpfige Familie verbraucht knapp 3.500 kWh Strom und etwa 1.500 Liter Heizöl. Das sind schon gute Werte, ich bin mir aber sicher, dass sich der Verbrauch trotzdem noch senken lässt.
Anfang April traf ich die Familie zum ersten Mal. Zunächst berechnete ich aus den Verbrauchsdaten den Energieverbrauchskennwert des Hauses. Mit diesem Kennwert lässt sich das Gebäude energetisch einstufen und mit anderen Häusern vergleichen. Mit knapp 150 kWh je Quadratmeter und Jahr liegt das Haus im alterstypischen Durchschnitt. Neubauten verbrauchen derzeit weniger als die Hälfte.
Danach sehen wir uns das gesamte Haus genau an. Positiv: Fast alle elektronischen Geräte hängen an schaltbaren Steckdosenleisten, so spart die Familie Standby-Strom. Auch bei den Computern wird Strom gespart, Familie Buck setzt auf Notebooks statt großer Desktop-PCs. Auch dass die Wäsche im Garten getrocknet wird, spart Energie. Der Wäschetrockner läuft fast nie.
Aber es geht noch was: Die Umwälzpumpe der Heizungsanlage ist fast 20 Jahre alt, hier lohnt sich ein Austausch. Moderne Pumpen verbrauchen nur etwa 1/10 des Stroms, den alte Pumpen benötigen. Auch eine zweite Kühltruhe, die das ganze Jahr läuft, verbraucht ordentlich Energie. Der Minifernseher vom Discounter im Kinderzimmer verbraucht so viel Strom wie ein moderner 42-Zoll-Flachbildfernseher der Energiesparklasse A+. Die 60 Watt sind eigentlich zu viel für ein kleines Bild von knapp 30 Zentimetern. Wirtschaftlich lohnt sich der Austausch nicht. Man sollte aber bei Neuanschaffungen unbedingt auf den Verbrauch achten, gerade bei Elektronik aus dem Discounter.

Es kann gespart werden

Schon mit den ersten Vorschlägen können die Bucks etwa 150 Euro jährlich einsparen. Die Familie bekommt nun die Aufgabe, monatlich den Strom-, Wasser- und Öl-Verbrauch zu notieren. Dieser kleine Trick hilft schon, um sich ein Bild vom eigenen Energieverbrauch zu machen. Im Sommer wird die Detailanalyse des Hauses folgen, der Bericht dazu wird dann veröffentlicht.