Billig ist nicht immer günstig: die Preisfallen der Billigstromanbieter

Quelle: Stiftung Warentest

Quelle: Stiftung Warentest

Auch nach der Pleite von Teldafax, Flexstrom und optimal grün stehen bei den Stromtarifvergleichen meist ganz oben Billigstromanbieter und versprechen massive Einsparungen. Stiftung Warentest hat die Angebote bekannter Anbieter genauer untersucht und ist auf zahlreiche unfaire Vertragsbedingungen gestoßen. Keine Ausnahmeerscheinung, wie sich zeigen sollte, denn ganze 47 von 49 Stromtarifen kamen beim Text mit solchen unfairen Bedingungen daher. Verschiedene Unternehmen locken Kunden mit hohen Boni und vermeintlich niedrigen Preisen an, die jedoch im Nachhinein wieder drastisch erhöht werden.

Einige der Billigstromanbieter sind auch rigoros im Vorgehen, wenn mal eine Rechnung nicht pünktlich bezahlt wird. Schnell liegt dann ein Schreiben vom Inkassounternehmen samt imposanter Drohkulisse im Briefkasten, welche die Kunden einschüchtern soll. Oftmals überschreiten die Inkassokosten dann noch die der ausstehenden Posten. Diese Methode hat System, denn Stromlieferant und Inkassounternehmen kennen sich in der Regel sehr gut. Nicht selten verbirgt sich hinter beiden ein und dieselbe Person in der Geschäftsführung. Stiftung Warentest rät, sich beim Vergleich nicht allein auf Boni und Preise zu konzentrieren. Ein paar zusätzliche Informationen zum Anbieter selbst können später viel Ärger ersparen.

Teurer Wechsel: Wie Billigstromanbieter tricksen

Viele Bürger versuchen, den steigenden Stromkosten durch einen Wechsel zu Billigstromanbietern auszuweichen. Das kann eine lohnenswerte Sache sein, wenn man dabei auf einen seriösen Anbieter trifft. Am Strommarkt finden sich aber auch viele schwarze Schafe, die mit diversen Tricks Kunden zu ködern versuchen. Anfangs werden dabei hohe Neukundenboni und besonders günstige Preise versprochen. Später kommt dann die böse Überraschung in Form einer Strompreiserhöhung. Wird der Vertrag noch rechtzeitig gekündigt, verweigern viele Stromanbieter dann noch die versprochene Bonuszahlung. Der Grund: die Mindestlaufzeit wurde nicht eingehalten. Das liegt wiederum daran, dass der Anbieter selber noch schnell eine Kündigung ausspricht, die der des Kunden zuvorkommt.

Billigstromanbieter kalkulieren ihre Tarife knapp – sehr knapp. Denn zu Beginn ist davon auszugehen, dass der Anbieter erst einmal in der Verlustzone rangiert. Um aus dieser wieder rauszukommen, ist eine saftige Preiserhöhung vonnöten, die für den Kunden dann eher überraschend kommt. Kündigt dieser nicht rechtzeitig, sieht er sich mit deutlich verlängerten Laufzeiten zu ebenso erhöhten Preisen konfrontiert. Stiftung Warentest empfiehlt, neben Preis und Boni auch einen Blick auf die Seriosität der Anbieter zu werfen.

Stiftung Warentest nimmt Billigstromanbieter unter die Lupe

Billigstromanbieter führen die Listen in Strompreisvergleichen an. Niedrige Gebühren und üppige Neukundenboni gehören zu den Versprechungen, die Kunden gerne hören. Es sollte aber nicht dabei bleiben, nur diese Faktoren zu berücksichtigen, wenn es darum geht, einen günstigeren Stromanbieter zu finden. Stiftung Warentest hat kürzlich die Tarife mehrerer Billigstromanbieter genauer unter die Lupe genommen und dabei zahlreiche unfaire Vertragskonditionen festgestellt. Nur 2 von insgesamt 49 untersuchten Tarifen konnten in Folge dieser Untersuchung noch empfohlen werden. In den meisten Fällen gehen Billigstromanbieter dazu über, den Strompreis so bald als möglich drastisch zu erhöhen. Ein Umstand, der angesichts der knappen Kalkulation zwar nachvollziehbar ist, aber oftmals nur unzureichend kommuniziert wird. Kunden sollten daher besser zweimal hinsehen, wenn sie sich für einen Billigstromtarif entscheiden.

Den gesamten Test finden Sie in der aktuellen Heftausgabe der Stiftung Warentest, oder unter www.test.de

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