Auf der Jagd nach den Kilowattstunden

Auf der Jagd nach den Kilowattstunden

Der Berater hat keine guten Nachrichten:
Der Stromverbrauch ist zu hoch.

„So, jetzt springt der Gefrierschrank an“, meint Karl Schütt und schaut zur Steckdose. Dort steckt ein Energiemessgerät, das den Verbrauch des Gefriergeräts misst. „Oh! Fast 200 Watt hätte ich nicht erwartet“, staunt der Rentner über den 15 Jahre alten Gefrierschrank.
Karl Schütt ist ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Langhagen und passionierter Technikfreund. Sein Hobby ist Energiesparen. In unzähligen Stunden hat er sein Haus aus DDR-Zeit mit cleverer Isolierung, neuen Fenstern und Wärmepumpe auf einen modernen Stand gebracht. Weil er wissen wollte, wie gut ihm das gelungen ist, hat er sich auf der MeLa am Gewinnspiel für eine kostenlose Hausanalyse beteiligt.

Im Auftrag der WEMAG analysierte ich zehn Häuser und Wohnungen von Kunden. Dabei stieß ich auf erstaunliche Ergebnisse, so auch beim Langhagener Bürgermeister. „Der Wärmeverbrauch von Familie Schütt ist absolut gering. Das Haus braucht nur 60 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr.

LCD-Fernseher verbraucht 200 Watt

Großes Bild und große Überraschung: Fast
200 Watt verbraucht der neue LCD-Fernseher.

„Hier macht sich die gute Isolierung bezahlt, aber der Stromverbrauch liegt bei über 4.000 Kilowattstunden im Jahr. Das ist zuviel für einen Zwei-Personen-Haushalt.“
Wir machen uns weiter auf die Suche und sehen uns als Nächstes den Fernseher an. „Der ist doch modern und braucht nicht viel“, wendet der Hausbesitzer noch ein, bevor er den Flachbildschirm einschaltet. Wieder eine große Überraschung: „188 … 192 … 195 … Das ist ja nicht zu glauben“. Ich greife sofort zum Taschenrechner. „Das Gerät läuft so sechs bis acht Stunden am Tag, auch mal so nebenbei. Das sind ja schon alleine 1,5 Kilowattstunden am Tag!“ Schnell entpuppt sich der vermeintlich sparsame Fernseher als flacher Verschwender, der jedes Jahr über 500 Kilowattstunden verbraucht und
so mehr als 100 Euro kostet.
Nun ist Karl Schütt auf den Geschmack gekommen. Zusammen messen wir die zweite, knapp ein Jahr alte Gefriertruhe. Das Ergebnis: 75 Watt Spitzenverbrauch. „Moderne Kühlgeräte verbrauchen einfach weniger Strom. Darum rate ich oft dazu, Haushaltsgeräte, die älter als zehn bis zwölf Jahre sind, zu prüfen und gegebenenfalls durch neue zu ersetzen“.

neue Haushaltsgeräte sparen Strom

Karl Schütt (li.) und ich überzeugen
uns von der Sparsamkeit der neuen
Gefriertruhe.

Bürgermeister Schütt und seine Frau einigen sich schnell auf einen Sparplan. Der alte Gefrierschrank wird abgeschafft und der Fernseher läuft nur noch, wenn jemand davor sitzt. Mit dem Stromkosten-Messgerät will der Rentner künftig die Standby-Kosten erfassen und eventuell schaltbare Steckdosen nachrüsten. So sollen 800 bis 1.000 Kilowattstunden Ersparnis bei den Schütts zusammenkommen.

Geringerer Verbrauch ist besser als Anbieterwechsel

„Die Haushalte, die wir für die WEMAG untersucht haben, verbrauchen im Durchschnitt 4.000 bis 4.500 Kilowattstunden im Jahr.“ Ich sehe hier ein enormes Einsparpotenzial, auch finanziell. „Viele Haushalte erhoffen sich Einsparungen durch den Wechsel ihres Stromanbieters. Dabei könnten sie einfacher und vor allem mehr Geld sparen, wenn sie ihren Verbrauch senken“.

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