Elektroladenetz in Holland

Die begrenzte Reichweite von Elektroautos gilt als einer der größten Nachteile dieser Technologie. Zumindest in den Niederlanden dürfte dieses Problem jedoch bald der Vergangenheit angehören. Das Unternehmen Fastned plant derzeit die Aufstellung von rund 200 neuen Ladestationen. Die Anlagen verfügen über mehrere Multi-Standard-Anschlüsse und werden ab September 2013 für eine flächendeckende Versorgung im Königreich aufgebaut. Bis 2015 soll der Ausbau des kompletten Netzes dann abgeschlossen sein.

Jede der etwa 16,7 Millionen Niederländer steht dann im Umkreis von 50 Kilometern mindestens eine der schnellen Ladestationen zur Verfügung. Errichtet werden die Anlangen an den Autobahnraststätten entlang des niederländischen Autobahnnetzes. Der Fahrzeughersteller Nissan hat die Aktion als wichtigen Schritt zu einer flächendeckenden Verbreitung der umweltfreundlichen Elektrofahrzeuge begrüßt.

Aufladen in 15 bis 30 Minuten

Hergestellt werden die Ladestationen vom Typ Terra 52 und Terra 53 vom Schweizer Konzern Asea Brown Boveri (ABB). Die Stationen bieten eine Leistung von 50 Kilowatt mit der Elektroautos innerhalb von nur 15 bis 30 Minuten komplett aufgeladen werden können, wie der Hersteller kürzlich mitteilte. Autofahrer können die Ladestationen leicht an ihrem tropfenförmigen Dach erkennen, auf dem mehrere Solarzellen angebracht sind. Diese sorgen für den zur Aufladung der Elektroautos benötigten Strom. Die innovative Idee, eine Solarpaneele als Dach zu verwenden anstatt diese nur aufzusetzen wurde vom deutschen Unternehmen Fath Solar entwickelt.

Nachhaltiges Tanken

Nachhaltiges Tanken
Foto © Tim Reckmann /pixelio.de

Mehrere Standards werden unterstützt

Die Ladestationen kommen mit verschiedenen Schnellladestandards zurecht. Somit können alle auf dem europäischen, asiatischen oder amerikanischen Markt angebotenen Elektroautos an den Ladestationen aufgeladen werden. Abgerechnet wird das Aufladen bequem über das Internet. Eine landesweite Infrastruktur mit Lademöglichkeiten gilt als Grundlage für eine Steigerung der Verkaufszahlen von Elektroautos. Experten erwarten in Zukunft einen verstärkten Wettbewerb um die Entwicklung von schnellen Lademöglichkeiten und leistungsstarken Batterien.

Niederlande als Vorreiter, andere Länder ziehen nach

Bereits im März 2013 verfügten die Niederlande über mehr als 3.000 öffentlich zugängliche Ladestationen. Dazu kommen noch 1.229 Stationen mit einem teilöffentlichen Zugang. Mit den bisherigen 90 Schnell-Ladestationen und den geplanten weiteren 200 Anlagen nehmen die Niederlande damit was die flächendeckende Versorgung mit Ladestrom betrifft eine Vorreiterrolle ein. Da die Betreiber sehr gut miteinander zusammenarbeiten können die niederländischen Fahrer von Elektroautos die komplette Infrastruktur an Ladestationen nutzen. Auch Estland setzt verstärkt auf den Ausbau mit schnellen Ladestationen. Derzeit gibt es entlang der estnischen Autobahnen 158 Schnell-Ladestationen. Noch in diesem Jahr sollen weitere sechs dazukommen. Wie in den Niederlanden finden Fahrer dann auch hier alle 40 bis 60 Kilometer eine passende Ladestation. Zudem wurde die Zahl der Stationen auch in größeren Städten mit mehr als 5.000 Einwohnern massiv erhöht. Der umfangreiche Ausbau mit Ladestationen in den Niederlanden und Estland zeigt, dass der umweltfreundlichen Technologie der Elektroautos durchaus Chancen eingeräumt werden. Es bleibt zu Wünschen, dass sich auch andere Länder daran ein Beispiel nehmen und vermehrt in ihre Infrastruktur investieren.

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