Elektroautos in Deutschland: Jetzt kommen neue Stromtankstellen

Energiesparen mit Elektroautos in Deutschland:
Jetzt kommen neue Stromtankstellen
Foto © Tim Reckmann / pixelio.de

Elektroautos nehmen auf Deutschlands Straßen nur zögerlich Fahrt auf. Zu hohe Kosten, eine zu geringe Reichweite und fehlende Ladestationen stehen einem echten Durchbruch der Technologie nach wie vor im Weg – vor allem in ländlichen Regionen. Nun soll eine Stromtankstellen-Initiative in Mecklenburg-Vorpommern der E-Mobilität neue Impulse verleihen.

Elektroauto-Anteil: Deutschland und China gleichauf

Genau 17.549 Elektroautos wurden nach Angaben des Center of Automotive Management zwischen Januar und März 2018 in Deutschland verkauft, Hybrid- und Brennstoffzellen-Fahrzeuge mit eingerechnet. An den neu zugelassenen Fahrzeugen haben E-Autos damit einen relativen Anteil von 2 Prozent – das ist in etwa so viel wie in China. In absoluten Zahlen liegt China freilich unangefochten an der Spitze: 142.445 Elektroautos kamen dort im ersten Quartal 2018 neu auf die Straßen.

Absoluter Musterschüler in Sachen E-Mobilität ist übrigens Norwegen: Dort fährt mittlerweile fast jeder zweite Neuwagen ganz oder teilweise mit Strom. Möglich wurde das, weil Norwegen massive Anreize für den Kauf von E-Fahrzeugen setzt. Kfz-Steuer, Mehrwertsteuer und Importsteuer entfallen, darüber hinaus können Elektroauto-Besitzer in vielen Kommunen gratis parken und ihr Fahrzeug kostenlos laden.

Deutschland: Elektroauto-Prämie wird nicht abgeholt

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen bis 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen rollen. Dafür wurde ein Fördertopf mit Zuschüssen für mehr als 300.000 Fahrzeuge befüllt. Doch die Elektroauto-Prämie der Bundesregierung ist bislang kein Renner: Bisher sind nur 57.549 Anträge eingegangen – davon 24.214 für Hybrid-Fahrzeuge, 33.318 für rein mit Strom betriebene Autos und nur 17 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge.

Geringe Reichweite: Vor allem in ländlichen Regionen ein Problem

Warum wollen die Deutschen keine Elektroautos kaufen? Ein wesentliches Hindernis ist neben den hohen Anschaffungskosten nach wie vor die zu geringe Reichweite. Trotz aller Bemühungen der Hersteller schaffen E-Autos der neuesten Generation „nur“ 200 bis 300 Kilometer, bevor sie für 7 bis 8 Stunden an die Steckdose müssen. An Schnellladestation dauert das vollständige Aufladen der Batterie zwar nur 40 Minuten, doch die gibt es nicht an jeder Ecke. Gerade in ländlichen Regionen kann die magere Lade-Infrastruktur zu einem echten Problem werden.

So zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern. Dort gab es Anfang des Jahres 2018 lediglich 308 Stromtankstellen, die sich auf insgesamt 173 Standorte verteilten. Schnellladestationen waren überhaupt nur an 17 Standorten vorhanden. Dementsprechend gering fiel bislang das Interesse an Elektroautos aus: Unter den 38.760 Fahrzeugen, die 2017 neu zugelassen wurden, waren nur 150 mit reinem Elektromotor.

150 neue Stromtankstellen für Mecklenburg-Vorpommern

Doch das soll sich nun ändern: Der lokale Energieversorger WEMAG hat damit begonnen, die nötige Infrastruktur für Elektroautos in Mecklenburg-Vorpommern systematisch auszubauen. Bereits vor 5 Jahren wurden die ersten Stromtankstellen errichtet, insgesamt 28 Ladestationen hat die WEMAG bis 2017 in Betrieb genommen. Nun soll das Netz massiv erweitert werden. Bis Ende des Jahres 2018 will die WEMAG mehr als 150 Stromtankstellen in Mecklenburg-Vorpommern betreiben. Errichtet werden sie vor allem dort, wo die Fahrzeuge ohnehin Standpausen einlegen: etwa auf öffentlichen Parkflächen oder auf Parkplätzen lokaler Unternehmen und Gewerbebetriebe.

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