Elektroautos auf der Überholspur: Zulassungen verdoppeln sich

2013 / VW e-up

Zahl der Elektroautos in Deustchland steigt

Erstmalig werden in Deutschland innerhalb eines Jahres mehr als 10.000 Elektroautos zugelassen werden. Das sind etwa doppelt so viele wie im Vorjahr, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobil-industrie (VDA) anlässlich der VDA-Halbjahres-Pressekonferenz Anfang Juli. Zum Jahresende werden damit geschätzt 25.000 reine Elektroautos und sogenannte Plug-In Modelle auf deutschen Straßen unterwegs sein.

So klein der Markt heute noch ist, wer ein E-Auto kaufen möchte, dem bieten deutsche Hersteller schon jetzt 16 Serienmodelle an. 2015 kommen weitere 13 neue Modelle hinzu. Das zeigt neben der wachsenden Bedeutung dieses Segments auch die zunehmende Dominanz Deutscher Anbieter in diesem Markt. Mit dem hohen technischen Know-How der Hersteller wie auch der Zulieferer wie beispielsweise Bosch, Continental oder ZF Friedrichshafen ist Deutschland bestens gerüstet, um Innovationsführer zu werden.

Für wen lohnen sich E-Autos?

„Wer zum Beispiel täglich aus einem Vorort in die Stadt zur Arbeit pendelt, kann mit einem Elektroauto erheblich Spritkosten sparen. Auch für gewerbliche Nutzer – wie Kurier- oder Pflegedienste, die immer wieder dieselben Strecken fahren und eine jährliche Laufleistung im mittleren Bereich haben –  lohnt sich ein E-Auto“, meint Matthias Wissmann.

Vor zwei Jahren sah das noch deutlich anders aus. Laut einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) der Hochschule Nürtingen aus dem Jahr 2012 sparten die Kunden zwar beim Verbrauch, allein der Anschaffungskosten lagen damals noch gut 40 Prozent über denen eines Autos mit konventionellem Motor. Hinzu kämen noch die hohen Kosten für die Lithium-Ionen-Batterien von etwa 450 Euro je Kilowattstunde. Ein Elektroauto lohnte sich damals erst ab einer Laufleistung von 150.000 Kilometern. Bei einem zu erwartenden Sinken der Batteriepreise werde sich diese Grenze bis 2015 auf 30.000 Kilometer verschieben, hieß es damals. Bis dahin, forderten die Autoren der Studie, müsse der Staat die Anschaffung von Elektroautos mit bis zu 5.000 Euro subventionieren. Zu dieser Subvention ist es nicht gekommen. Eingetroffen ist aber die prognostizierte Entwicklung der Preise für Lithium-Ionen-Batterien. Gesunken sind zudem auch die Anschaffungskosten für Elektroautos.

1 Million Elektroautos bis 2020 – Wie ist das zu schaffen?

Für die nahe Zukunft hat die Bundesregierung ein ehrgeiziges Ziel aufgerufen. Eine Million E-Autos sollen 2020 in Deutschland unterwegs sein. Da liegt die Vermutung nahe, dass trotz sinkender Preise noch einiges in Anreizsysteme und Infrastruktur investiert werden muss, damit sich diese Zahl realisieren kann.

Der Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur ist hier ein ganz zentraler Punkt. Zwar hat sich hier vieles verbessert, aber es gibt durchaus noch Luft nach oben. Zudem ist die Preissituation zum Teil sehr unübersichtlich, wie die Wochenzeitung „Die Zeit“ am Beispiel von RWE darstellt.

Rechtliche Rahmenbedingungen für die eindeutige Kennzeichnung von Elektrofahrzeugen (Batterie, Plug-In, Range-Extender) könnte ein Elektromobilitäts-Gesetz schaffen.

Steuerlich werden E-Autos schon heute bevorzugt. Stromer sind zehn Jahre von der KFZ-Steuer befreit. Die Nachfrage könne die Bundesregierung steigern, indem sie etwa Unternehmen verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten bietet. Bund und Länder könnten bei der Erneuerung ihrer Fuhrparks hier mit gutem Beispiel vorangehen, so Matthias Wissmann. Das koste auf lange Zeit noch nicht einmal Geld. Denn Deutschland hat die besten Chancen, Innovationsführer in Sachen Elektromobilität zu werden und damit auch einen Großteil der Wertschöpfungskette im Land zu behalten.

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