Zehn Irrtümer rund ums Energiesparen

1. Irrtum: Wäschetrockner, das sind doch Energiefresser!

Das mag früher mal so gewesen sein, aber seit immer mehr Hersteller auf Wärmepumpentechnologie setzen, hat sich das Bild dramatisch gewandelt. Diese Trockner nutzen nämlich die Wärme der Abluft und arbeiten so besonders effizient. So ist es auch möglich, dass moderne Geräte mit Energieeffizienzklassen A+, A++ und sogar A+++ ausgezeichnet werden. Konventionelle Wäschetrockner erreichen hingegen gerade mal die Effizienzklasse B. Wäschetrockner sparen demgegenüber 70 Prozent an Energie ein. Günstiger ist es dann nur noch, die Wäsche an der frischen Luft trocknen zu lassen.

2. Irrtum: Je höher die Temperatur in der Waschmaschine, desto sauberer auch die Wäsche!

Auch dabei handelt es sich um eine Vorstellung, die mittlerweile als überholt angesehen werden darf. Ist die Wäsche normal verschmutzt, tun es auch schon niedrigere Temperaturen von 30° oder 40°. Auch Bettwäsche und Handtücher müssen nicht mehr mittels Kochwäsche gesäubert werden. Denn nicht nur die Waschmaschinen haben sich weiterentwickelt, sondern auch die Waschmittel. Diese verwenden in den meisten Fällen Enzyme, die dazu in der Lage sind, die häufigsten Bestandteile von Flecken, Fette und Eiweiße, problemlos zu zerlegen. Und das macht sich auch schnell in der Haushaltskasse bemerkbar, denn ein Waschgang mit 90° kostet rund das Doppelte an Energie im Vergleich zur 60°-Wäsche.

3. Irrtum: Je länger die Waschmaschine läuft, desto mehr Energie verbraucht sie!

Das klingt zwar logisch, ist aber in den meisten Fällen falsch. Energiesparprogramme benötigen zwar mehr Zeit, kommen aber dafür mit deutlich weniger Strom aus. Das liegt daran, dass sie nur für vergleichsweise kurze Zeit auf hoher Temperatur laufen und für den Rest der Zeit äußerst energiesparend laufen. Durch verringerte Drehbewegungen der Trommel wird zudem der Temperaturabfall geringer gehalten, wodurch die Heizung nicht so oft eingesetzt werden muss. Durch die Energiesparprogramme wird auf diese Weise etwa 40 Prozent weniger Energie verbraucht.

4. Irrtum: Über den Eisansatz im Gefrierschrank braucht man sich keine Gedanken zu machen!

Lebensmittel geben Feuchtigkeit ab – je nach Verpackung die einen mehr, die anderen weniger. Bei den im Tiefkühlfach herrschenden Temperaturen bildet sich aus dieser Feuchtigkeit Eis, das sich an Wänden und Decken festsetzt. Das Problem liegt nun darin, dass diese Eisschicht wie Dämmmaterial wirkt. Liegt starke Vereisung vor, kann sich der Energieverbrauch um 10-15 Prozent erhöhen. Spätestens dann, wenn die Eisschicht eine Dicke von einem Zentimeter erreicht hat, sollte das Gefrierfach abgetaut werden. Das bedeutet abermals einen erhöhten Energieverbrauch, denn das Fach muss anschließend erneut heruntergekühlt werden. Besser ist es, auf ein Gefrierfach mit No-Frost-Funktion zu setzen, denn das leitet die Feuchtigkeit kontinuierlich nach außen ab.

5. Irrtum: Je niedriger die Temperaturen im Kühlschrank, desto länger halten sich Lebensmittel!

Eine zu niedrige Temperatur bringt auch den effizientesten Kühlschrank dazu, mehr Strom zu verbrauchen als nötig. Die meisten Lebensmittel lagern optimal im Temperaturbereich zwischen 5° und 7° Celsius. Natürlich gibt es auch einzelne Lebensmittel, die kühler gelagert werden sollten. Hier empfiehlt sich die Anschaffung eines Kühlschranks mit Kaltlagerfächern, in denen die Temperatur noch weiter gesenkt wird. Insbesondere Fleisch- und Wurstwaren halten sich bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt deutlich länger.

6. Irrtum: Der Standort des Kühlschranks spielt keine Rolle!

Beim Aufstellort des Kühlschranks sollte beachtet werden, dass der Stromverbrauch umso geringer ist, je niedriger die Umgebungstemperatur ist. Zur Verdeutlichung: Sinkt die Raumtemperatur um ein Grad, kann von einer Reduzierung des Energieverbrauchs um bis zu sechs Prozent ausgegangen werden. Bei Gefriergeräten ist der Spareffekt etwa halb so groß. Es versteht sich von selbst, dass Kühlgeräte nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden und möglichst weit von Wärmequellen wie Heizkörpern entfernt positioniert werden sollten. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, dass die vom Kühlgerät erzeugte Wärme ungehindert abgeleitet wird und sich nicht staut. Deswegen sollten Lüftungsschlitze und -gitter regelmäßig von Staub und Ablagerungen befreit werden.

7. Irrtum: ein Austausch des Kühlschranks lohnt sich erst, wenn er defekt ist!

Die Neuanschaffung kann sich schon deutlich früher lohnen. Je älter das Gerät, desto rentabler ist ein baldiger Austausch. Das Sparpotenzial ist gerade bei Kühlgeräten besonders hoch, da sie rund um die Uhr laufen. Die derzeit effizientesten Geräte sind mit der Klasse A+++ gekennzeichnet. Verglichen mit einem Gerät, das 15 Jahre alt ist, verbrauchen energieeffiziente Kühlschränke ganze 70 Prozent weniger an Energie. Pro Jahr macht sich das im Haushaltsbudget mit 80 Euro bemerkbar. Hinzu kommen natürlich noch die Annehmlichkeiten, die moderne Geräte mit sich bringen. Dazu gehören zum Beispiel die oben bereits erwähnten Kaltlagerfächer.

8. Irrtum: Es ist sparsamer, das Geschirr von Hand zu spülen!

Ein weit verbreiteter Irrglaube. Denn trotz der Tatsache, dass beim Spülen von Hand nicht direkt Strom verbraucht wird, ist die Spülmaschine sparsamer. Besonders effizient ist die Maschine dann, wenn sie voll beladen wird. Beim Spülen von Hand ist oftmals Vorspülen unter fließendem Wasser nötig, wodurch nur unnötig Energie verschwendet wird. Im Schnitt benötigen Spülmaschinen auch weniger Wasser, was aber von Art und Weise des Handspülens abhängig ist.

9. Irrtum: Backöfen sollten immer vorgeheizt werden!

Stimmt nicht, denn bei den meisten Speisen kann auf das Vorheizen verzichtet und das zuzubereitende Gericht direkt nach dem Einschalten in die Röhre geschoben werden. Lediglich bei manchen Gerichten wie beispielsweise Pizza mit dünnem Boden empfiehlt es sich, den Ofen vorzuheizen. Es empfiehlt sich, den Ofen möglichst mit Umluftfunktion zu nutzen, denn so heizt sich der Garraum schneller auf.

10. Irrtum: Kurze Garzeiten machen den Topfdeckel entbehrlich!

Dass Töpfe so gut wie immer mit Deckeln geliefert werden, hat einen guten Grund. Denn beim Kochen mit Deckel wird sehr viel Energie gespart. Denn dadurch, dass die Hitze nicht einfach nach oben entweichen kann, bedarf es auch bei kurzen Kochvorgängen viel weniger Energie. Der Deckel sollte auch möglichst geschlossen bleiben. Wer seine Speisen dennoch gerne im Auge behält, sollte einen Topf mit Glasdeckel wählen.

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