Stromfresser Klimaanlage: So zügeln Sie den Energieverbrauch

Klimaanlagen haben einen erheblichen Energieverbauch
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Auf der Hitliste der Haushalts-Stromfresser stehen Klimaanlagen ganz oben: Die angenehme Abkühlung auf Knopfdruck bezahlen Sie mit einer rund 15 Prozent höheren Stromrechnung. Was Sie über den Stromverbrauch einer Klimaanlage wissen sollten und welche Alternativen es gibt, um an heißen Tagen einen kühlen Kopf zu bewahren, erfahren Sie in diesem Artikel.

Warum Klimaanlagen so energiehungrig sind

Klimaanlagen sind vergleichbar mit einem Kühlschrank im Großformat: Ihre Aufgabe ist es einen Raum dauerhaft kühl zu halten, während draußen deutlich höhere Temperaturen herrschen. Doch Wärme kennt normalerweise nur einen Weg, nämlich vom wärmeren zum kühleren Ort. Um ein Temperaturgefälle dauerhaft aufrecht zu erhalten, ist einiges an technischer Raffinesse nötig – und vor allem viel Energie.

Sowohl Kühlschränke als auch Klimaanlagen sind sogenannte Kältemaschinen. Sie enthalten einen Kompressor, in dem ein zunächst gasförmiges Kühlmittel extrem verdichtet wird. Dabei steigen sowohl Druck als auch Temperatur. Das heiße Kühlmittel wird anschließend in die Rohrleitungen eines Kondensators gepresst, um dort unter Wärmeabgabe in den flüssigen Aggregatzustand zu wechseln. Diese Flüssigkeit gelangt nun in einen Verdampfer, wo es wieder in Gas umgewandelt wird. Doch um zu verdampfen, muss die Flüssigkeit zuerst Energie in Form von Wärme aus der Umgebung aufnehmen. Genau das ist der entscheidende Schritt: Das Kältemittel entzieht dem Raum Wärme und kühlt so die Raumluft ab. Danach gelangt das gasförmige Kältemittel wieder in den Kompressor, wo das Ganze von vorne beginnt.

Kühl kalkuliert: So viel Strom verbraucht eine Klimaanlage

Um diesen Kreislauf aufrecht zu erhalten, braucht es vor allem eines: viel Strom. Nicht nur Kondensator und Kompressor haben einen hohen Energiebedarf. Auch die Ventilatoren der Klimaanlage benötigen Strom, um die abgekühlte Luft anschließend im Raum verteilen.

Experten haben nachgerechnet: Eine mobile Klimaanlage, die im Sommer etwa 30 Tage lang jeweils 8 Stunden in Betrieb ist, verbraucht in dieser Zeit rund 600 kWh Strom. Das sind etwa 10 bis 15 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs einer vierköpfigen Familie! Mehr als 130 Euro setzen Sie somit in die Luft, wenn Sie die Raumtemperatur im Sommer mittels Klimaanlage regulieren.

Klimaanlage: Stromverbrauch hängt vom Gerätetyp ab

Doch Klimaanlage ist nicht gleich Klimaanlage. Es sind verschiedene Gerätetypen am Markt, die mit sehr unterschiedlicher Effizienz arbeiten. Grob unterscheidet man zwei Typen: mobile Kleingeräte (sogenannte Monoblockgeräte) sowie fest verbaute Split-Klimaanlagen.

1. Mobile Klimaanlage (Monoblockgerät)

Tragbare Klimaanlage
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Diese tragbaren Kleingeräte sind in den Sommermonaten ein Verkaufshit in Bau- und Heimwerkermärkten. Auf den ersten Blick scheinen mobile Klimaanlagen günstig und praktisch: Man kann sie bequem von einem Raum zum nächsten transportieren und braucht nur eine Steckdose sowie ein gekipptes Fenster, um sie in Betrieb zu nehmen. Doch genau hier steckt auch schon der Haken. Mobile Klimaanlagen führen die Raumwärme über einen Abluftschlauch nach außen ab. Dazu muss ein Fenster dauerhaft geöffnet bleiben, über das in der Folge ständig warme Luft von draußen nachströmt. Das ist, als ob Sie die Tür Ihres Kühlschranks ständig einen Spalt offen lassen würden! Eine mobile Klimaanlage ist daher nur in der Anschaffung günstig, wird bei dauerhaftem Betrieb aber zu einer wahren Strom- und Geld-Vernichtungsmaschine.

2. Split-Klimaanlage

Fest verbaute Klimaanlage mit Fernbedienung
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Dabei handelt es sich um fest verbaute Geräte mit einem Außen- und Innenteil, die über Rohrleitungen verbunden sind. Der große Vorteil dieser Konstruktion ist, dass kein geöffnetes Fenster nötig ist, über das warme Luft von außen nachströmen kann. Moderne Split-Klimaanlagen mit Invertertechnologie schalten sich außerdem automatisch ab, sobald die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist. Dadurch sind diese Geräte deutlich energieeffizienter als die kleinen Monoblockgeräte – sie verbrauchen weniger als die Hälfte an Strom. Allerdings sind sie teurer in der Anschaffung, und ihre Montage erfordert einen Wanddurchbruch.

Video: „Stiftung Warentest / Klimageräte im Test 2018 – Monoblöcke vs Splitgeräte (Kaufberatung Klimaanlagen), (2018), Youtube, 26.06.2018,Web, 28.05.2019, in: https://www.youtube.com/watch?v=VgfG0fBtyZU&feature=youtu.be“

Temperaturregulation und Energiesparen – kein Widerspruch

Doch es gibt noch sparsamere Alternativen, um an heißen Tagen nicht ins Schwitzen zu kommen. Eine ausgezeichnete Option sind etwa reversible Wärmepumpen. Sie sorgen im Winter für wohlige Raumwärme und lassen sich in den Sommermonaten ganz einfach zur Klimaanlage umfunktionieren. Wer über eine Heizungssanierung oder -erneuerung nachdenkt, schlägt mit dieser Variante zwei Fliegen mit einer Klappe.

Eine weitere klimaschonende Lösung wäre eine Photovoltaik-Anlage, die gerade in den heißen Sommermonaten besonders viel Strom liefert. Diese Energie lässt sich dann beispielsweise zum Betrieb einer Split-Klimaanlage verwenden. Wird der Strom nicht benötigt, können Sie ihn ins Netz einspeisen und so Ihre Stromrechnung weiter senken.

Sie wollen ohne große bauliche Veränderungen für erträgliche Temperaturen in Ihrer Wohnung sorgen? Eine gute Alternative zur Klimaanlage sind etwa Beschattungselemente wie Außenjalousien. Werden Sie an Hitzetagen konsequent heruntergelassen, dann versperren sie der Wärme den Weg in die Wohnung – und das völlig passiv, ohne Strom zu verbrauchen!

Übrigens: Beim Betrieb von Elektrogeräten entsteht immer zugleich Abwärme. Auch Haushaltsgeräte im Standby-Modus geben laufend Wärme ab und wirken so wie eine Art „Mini-Heizung“. Indem Sie die Geräte konsequent vom Netz nehmen, beseitigen Sie nicht nur eine völlig unnötige Wärmequelle, sondern können nebenbei auch wertvolle Energie sparen.

Und falls die Hitze einmal sehr unerträglich wird: Raumventilatoren sorgen für frischen Wind, verbrauchen dabei aber deutlich weniger Strom als Klimaanlagen. Gegenüber mobilen Monoblock-Klimageräten definitiv die bessere Lösung!

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