Strom-zu-Gas Demonstrationsanlage: Projekt erfolgreich gestartet

Elektrolyseur: Wasserstoffherstellung aus Wasser und Strom

Elektrolyseur: Wasserstoffherstellung aus
Wasser und Strom

Am 26.11.13 war es soweit: Die Strom-zu-Gas Demonstrationsanlage der Thüga-Gruppe hat zum ersten Mal Wasserstoff in das Frankfurter Gasverteilnetz eingespeist. Damit ist sie die erste Anlage in ganz Deutschland, die das Gasverteilnetz mit in Wasserstoff umgewandelten Strom versorgt.

Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der WEMAG AG, sagte: „Da die Anlage planmäßig funktioniert, werden wir bald den Probebetrieb aufnehmen und bereits Anfang 2014 mit dem offiziellen Betrieb beginnen.“ Die WEMAG plant, bis Ende 2016 mit zwölf weiteren Firmen der Thüga-Gruppe wichtige Praxiserfahrungen beim Betreiben der Anlage zu sammeln. Begleitet wird die Betriebsphase von wissenschaftlichen Projektpartnern. Abgesehen davon fördert das hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Vorhaben.

Das Herzstück der Strom-zu-Gas-Anlage ist ein Protonen-Austausch-Membran (PEM)-Elektrolyseur, der von der Firma ITM Power hergestellt wurde. Dieser transformiert elektrische Energie zu chemisch gebundener und ermöglicht dadurch die Speicherung des Stroms. Dass die Wasserstoff-Zumischung nicht mehr als zwei Volumenprozente beträgt, wird von einer Gasdruckregelmess- und Mischanlage überwacht. Der Elektrolyseuer liefert das Wasserstoff-Erdgasgemisch mit einem Druck von 3,5 bar, der ideal für das Gasverteilnetz ist. „Auf diese Weise brauchten wir keinen Verdichter zu integrieren und können somit Kosten sparen“, sagte Pätzold.

Die neue Anlage befindet sich auf dem Werksgelände der Mainova in Frankfurt am Main. Die Projektpartner haben die PEM-Technologie ausgewählt, weil der Betrieb dabei auf umweltfreundliche Weise mit Wasser erfolgt. Außerdem kann sich die Anlage schneller auf Änderungen der Lastsituation im Stromnetz einstellen. Die Stromaufnahmeleistung der kompakten Anlage beläuft sich auf 315 Kilowatt. Pro Stunde wird sie ca. 60 Kubikmeter Wasserstoff erzeugen und somit 3000 Kubikmeter Erdgas, das mit Wasserstoff angereichert ist, in das Netz einspeisen.

Die Strom-zu-Gas Projektplattform: 

13 Unternehmen der Thüga-Gruppe vereinen in einer Projektgruppe ihr Know-how und investieren gleichzeitig Kapital in die Entwicklung der Strom-zu-Gas Speichertechnologie. Dabei steht die Prüfung der Praxistauglichkeit der neuen Technologie im Vordergrund. Immerhin ist es wichtig, innovative Technologien zu erforschen, um unsere energetische Zukunft zu verändern und die Energiewende voranzutreiben. Alle 13 Unternehmen glauben fest daran, dass die Strom-zu-Gas Technologie langfristig gesehen optimale Chancen bietet, überschüssige Mengen an erneuerbaren Energien zu speichern.

Von 2012 bis 2016 entwickeln, konstruieren und betreiben die Unternehmen gemeinsam eine Demonstrationsanlage in Frankfurt am Main. Nachdem die Anlage Strom in Wasserstoff umgewandelt hat, speist sie diesen in das Gasverteilnetz ein. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt, das vom hessischen Miniterium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschuz gefördert wird, belaufen sich auf mehr als 1,5 Millionen Euro. Doch dieses Projekt soll nicht das letzte sein: Nach erfolgreicher Absolvierung der ersten Phase planen die Unternehmen, ein zweites Projekt zu starten. Geplant ist eine Anlage, die aus Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff synthetisches Methan produziert und es anschließend in das Netz einspeist. Innovationen, Unternehmergeist und Liebe zur Natur – das ist es, was die Projektgruppe antreibt.

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