Heizungs-Abwrackprämie: Eine teure Angelegenheit für Verbraucher

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Im Rahmen der Energiewende ist es wichtig, alte Heizungen durch neue, umweltfreundlichere Anlagen zu ersetzen. Doch Heizungen sind mit hohen Anschaffungskosten verbunden und somit nicht für jeden erschwinglich. Inzwischen diskutiert man darüber, ob sich eine „Abwrackprämie“ für Heizungen positiv auf die Gebäudesanierungen in Deutschland auswirken würde. Das hört sich zwar sinnvoll an, doch laut einer Studie könnte diese Abwrackprämie teure Folgen für die Energieverbraucher haben. Denn wie so oft im Leben bekommt man (vermeintliche) Vorteile nicht geschenkt.

Deutschland hat sich hohe Klimaziele gesetzt: Nach dem Energiekonzept der Bundesregierung soll der Häuserbestand bis zum Jahre 2050 nahezu klimaneutral sein. Bislang lag die Sanierungsquote bei ca. einem Prozent – doch um die Klimaziele zu erreichenmüsste sie das Zweifache betragen. Momentan wird darüber diskutiert, eine neue Umlage auf Gas- und Heizölimporte zu erheben, nach der die Gas- und Heizölgroßhändler pro verbrauchte Einheit eine festgelegte Prämie zahlen müssten. Die Einnahmen sollen dann ein ca. sechs Milliarden Euro teures Programm finanzieren, das der Förderung von Gebäude- und Heizungssanierungen dienen soll. Dabei handelt es sich sozusagen um eine Abwrackprämie für Verbraucher, die sich von ihrer alten Heizung trennen und neue „Wege“ einschlagen.

Im Auftrag der Mineralölwirtschaft hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) überprüft, wie hoch die Belastung auf den Gas- und Heizölverbrauch sein müsste, um die Finanzierung des Förderprogramms zu realisieren. Das Problem besteht darin, dass die Brennstoffhändler ihre Kosten wie bei dem EEG an die Endverbraucher weitergeben dürfen. Folglich würden hohe Ausgaben auf die Heizungsbesitzer zukommen, die eine Sanierung durchführen lassen möchten. Im Prämienmodell sah das so aus: Aufgrund der neuen Umlage würde eine Familie mit zwei Kindern 24,00 Euro pro Monat zahlen müssen – die bisherige EEG-Umlage zur Förderungen von Ökostrom beläuft sich jedoch auf nur 15 Euro pro Monat. Damit würde sich die Zahllast jeden Monat erhöhen – und das nicht nur für die Reichen, sondern auch für diejenigen, die bereits finanzielle Schwierigkeiten haben.

Das Fazit des IW Köln lautet deshalb, dass die Förderung von Heizungssanierungen nicht empfehlenswert sei, wenn dabei eine verbrauchsabhängige Umlage auf Heizöl und Erdgas eingeführt werden würde. Denn das würde zu sozialpolitisch kritischen Effekten führen und nicht mehr in den Rahmen der parlamentarischen Kontrolle fallen.

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