Verbrauch runter, Kosten rauf?!

Wir verbrauchen immer weniger und zahlen immer mehr – wie passt das zusammen? Von 2010 bis 2012 sank der monatliche Stromverbrauch eines deutschen Durchschnittshaushalts von 293 auf 281 Kilowattstunden pro Monat, also um gut 4 Prozent. Dieser Entwicklung zum Trotz stiegen jedoch die Ausgaben für Strom von durchschnittlich 69,40 Euro auf 72,70 Euro pro Monat an – also um 4,76 Prozent. Das wirft natürlich Fragen nach dem Zusammenhang auf. Im gleichen Zeitraum stieg die Belastung durch Mehrwert- und Stromsteuer um drei Euro an.

Strompreisanstieg lässt sich bestenfalls dämpfen

Allein im Jahr 2013 erhielten die Betreiber von Photovoltaikanlagen rund 7,7 Milliarden Euro an Marktprämien und Einspeisevergütungen. Gegenüber 2010 entspricht das einem Anstieg um fast 80 Prozent, denn damals lag diese Zahl noch bei 3,4 Milliarden Euro. Darüber hinaus lieferten die Photovoltaikanlagen 240 Stunden weniger an Strom als noch im Jahr 2012. Hinzu kommt nun noch, dass im Zeitraum zwischen 2010 und 2012 rund 932 Gigawattstunden an Ökostrom abgeregelt wurden. Dabei handelt es sich um nicht genutzten Strom, der mit 76,5 Millionen Euro aus den EEG-Umlagen gefördert worden ist. Zwar plant Bundeswirtschaftsminister Gabriel derzeit eine Reform des Modells, mit Preissenkungen sei in diesem Zuge aber nicht zu rechnen. Bestenfalls könne der weitere Anstieg der Strompreise gedämpft werden.

Oettinger kritisiert deutsche Ökostrom-Förderung

Das aktuelle Niveau an Steuern und Abgaben führt dazu, dass Deutschland europaweit den dritthöchsten Strompreis vorzuweisen hat. EU-Energiekommissar Günther Oettinger legt Deutschland deswegen eine Senkung der Stromsteuer nahe, wenn die Bundesregierung den Strompreisanstieg stoppen wolle. Er fügte hinzu, dass in Deutschland Arbeitsplätze verloren gehen könnten, sollte man die Energiepreise nicht in den Griff bekommen. Rund 52 Prozent des heutigen Strompreises seien allein Steuern und Abgaben, weswegen die deutsche Ökostrom-Förderung kein Vorbild für andere EU-Länder sei. Zwar sei das Modell in den ersten Jahren richtig gewesen. Aber der Marktanteil der erneuerbaren Energien sei zwischenzeitlich auf ein Niveau angewachsen, bei dem auf eine Förderung verzichtet werden könne. Deswegen müsse auf eine Förderung verzichtet werden, um Fehlanreize zu vermeiden. Zudem müsse dringend die Speicherung von Ökostrom ausgebaut werden.

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