EU verordnet mehr Energieeffizienz in der Küche

Markus Hein / pixelio.de

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Seit dem 20. Februar gelten in der gesamten EU strengere Energiesparvorgaben für Küchengeräte. Neugeräte müssen seitdem höhere Normen erfüllen, um noch für den Handel zugelassen zu sein.

Nun muss auch die Küche energieeffizienter werden: Backöfen, Kochfelder und Dunstabzugshauben mit überdurchschnittlichem Energiehunger sind seit dem 20. Februar europaweit verboten. Betroffen sind davon Geräte für den Hausgebrauch sowie mit Strom oder mit Gas betriebene Kochfelder und Backöfen. Die zugehörigen Richtwerte werden in standardisierten Testsituationen ermittelt, wobei für eine bestimmte Leistung nicht mehr als eine vorher festgelegte Menge an Energie verbraucht werden darf. Wer sich für die zugehörigen mathematischen Formeln interessiert, kann diese im entsprechenden EU-Gesetz nachlesen.

Für die Hersteller von Küchengeräten ist dieses Gesetz jedoch mit einem gewissen Aufwand verbunden, denn sie müssen die benötigten Daten liefern. Wer aber besonders energieeffiziente Geräte anbietet, kann bei Kunden Pluspunkte sammeln. Mit dem Energielabel seien Vorteile im Marketing verbunden, so Werner Scholz vom Elektroindustrie-Branchenverband ZVEI. Er warnt jedoch vor zu kleinteiligen Vorgaben. Es bedürfe seiner Ansicht nach einer ausreichend großen Spannbreite beim Energieverbrauch in einer Produktkategorie, damit sich die Kennzeichnung lohne.

Die wenigsten Unternehmen dürften durch die neuen Restriktionen überrascht sein, denn es ist bereits seit mehr als zwei Jahren bekannt, dass diese Auflagen kommen. Laut Scholz gebe es somit auch keine Aufreger vonseiten der Wirtschaft. Vielmehr würden schon heute viele Produkte eine gute Energieeffizienz aufweisen. So kommt es auch, dass man in Deutschland fast nur noch Backöfen sieht, die mindestens Effizienzklasse A aufweisen.

Für welche Produkte gibt es sonst noch neue Regelungen?



Die gibt es. So gelten für Haushaltsgeräte wie Staubsauger seit September vergangenen Jahres strengere Auflagen, nach denen Geräte mit mehr als 1.600 Watt nicht mehr im Handel verkauft werden dürfen. Für neue Kaffeemaschinen gilt seit Anfang des Jahres, dass sie über eine automatische Abschaltung der Warmhalteplatte oder einen energiesparenden Bereitschaftsmodus verfügen müssen. Weitere Energiesparauflagen wurden für Geschirrspülmaschinen und Kühlschränke erlassen.

Wieviel Geld lässt sich mit energieeffizienten Geräten sparen?



Die Sparpotenziale energieeffizienter Geräte sind nicht zu verachten. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Lebensdauer kann ein Gasbackofen laut EU-Kommission bis zu 180 Euro an Energiekosten einsparen. Bei einem Elektrobackofen erhöhen sich diese Einsparungen auf 230 Euro im Vergleich zu einem herkömmlichen Ofen. Infolge dessen lässt sich natürlich auch eine ganze Menge CO2 einsparen. Werden die Auswirkungen der Vorgaben für alle drei Gerätegruppen zusammengenommen, führen diese zu einer Verringerung des CO2-Austoßes ab dem Jahr 2020 in Höhe von einer Million Tonnen jährlich.

Und was passiert nun mit den alten Geräten, die sich noch in den Beständen der Händler befinden? Nichts. Diese können ganz normal verkauft werden. Die neuen Regeln betreffen nur Produkte, die neu in Verkehr gebracht werden.

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