Baustoff Holz: Energiesparen mit natürlichem Baumaterial

Fotolia © Amir Kaljikovic

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Kaum ein Baustoff dürfte natürlicher erscheinen als Holz. Es bedient sowohl ästhetische als auch praktische Ansprüche auf einzigartige Weise. Holz ist eben Natur pur und mehr als ein Viertel aller Deutschen könnte sich vorstellen, in einem Haus aus Holz zu wohnen. So hat es zumindest eine Umfrage für die Zeitschrift DAS HAUS ergeben. Ganze 70 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sich Holz auf vielfältige Weise einsetzen lässt – auch für die Umsetzung individueller Bauwünsche.

Holz – ein verlässlicher Baustoff

Ein Baum benötigt den Zeitraum einer Generation, um nachzuwachsen. Im Frühjahr entsteht zunächst Frühholz, später folgt dann das festere Spätholz. Zusammen ergibt sich daraus dann ein Jahresring. Holz ist dazu imstande, in Faserrichtung große Lasten zu tragen und annähernd so druckfest wie Stahlbeton. Etwa 60 Prozent eines Baumes lassen sich als Stammholz nutzen, die restlichen 40 Prozent entfallen auf Äste, Zweige, Rinden und Wurzeln.

Wassergehalt in Holz

Frisch gefälltes Holz besitzt etwa 60 Prozent Holzfeuchte, die in den Zellwänden gespeichert ist. Ist der Wassergehalt zu hoch, beeinträchtigt dies sowohl Festigkeit als auch Formstabilität des Holzes und begünstigt die Ansiedlung von Schädlingen. Aus diesem Grund muss es ausreichend getrocknet werden. Um bei der Außenanwendung verwendet werden zu können, muss der Feuchtegehalt auf 15-18 Prozent gesenkt werden. Für den Innenausbau sind 9-12 Prozent nötig. Geringere Werte sollten vermieden werden, da das Holz dann zu schrumpfen beginnt, wobei Frühholz halb so viel schwindet wie Spätholz.

Die Holzklassen

Insgesamt sind etwa 40.000 Holzarten bekannt, 600 davon können käuflich erworben werden. Die Güteklassen geben Auskunft darüber, wie tragfähig einzelne Bauhölzer sind. Klasse I ist beispielsweise besonders tragfähig, Klasse II eignet sich noch für normale Wohnhäuser und bei Klasse III kann nur noch eine geringe Tragfähigkeit festgestellt werden. Daneben gibt es noch eine Einteilung in Schnittklassen. Klasse S ist scharfkantig ohne Baumkante, Klasse A vollkantig mit maximal einem Achtel Baumkante. Klasse B ist fehlkantig mit höchstens einem Drittel Baumkante und Klasse C säge-gestreift.

Arten an Holzhäusern

Durch das Verwenden von Holzelementen lässt sich teure Handarbeit einsparen und oftmals sind sie bereits mit wohnfeiner Oberfläche ausgestattet. Neue Konstruktionen sind so beschaffen, dass sie auch gute Dämmeigenschaften aufweisen. Heizwärme bleibt innen, Sommerhitze und Lärm hingegen bleiben außen vor.

Das Blockhaus

Skandinavisches Holzhaus © Tom Christian

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Hier werden dicke Balken aufeinandergesetzt, die so die Wände bilden und das Dach tragen. Bei solchen Massivbauten sind große Mengen an Holz erforderlich. Die Dämmung erfolgt meist von innen. In dem Fall verhindert eine Dampfsperre, dass Feuchtigkeit in die Dämmung kriecht. Bei einem Blockbohlenbau werden die einzelnen Bohlen, bei denen es sich um Bretter mit hoher Steife handelt, zu einer tragenden Schale aufeinandergesetzt. Eine zweite Schale wird gleich dahinter aufgeschichtet, wodurch sich ein Hohlraum und damit genug Platz für eine effektive Dämmung ergibt.

Fachwerkhäuser

Ein Fachwerkhaus besteht in erster Linie aus einem tragenden Holzgerippe, dessen Zwischenräume, die sogenannten Gefache, mit Ziegeln oder Strohlehm gefüllt werden. Die Zimmerer haben jeden einzelnen Balken in mühevoller Handarbeit hergestellt, weswegen die einzelnen Holzverbindungen viel Zeit kosteten. Die Skelettbauten folgen einer strengen Ordnung, denn hier haben die einzelnen Hölzer standardisierte Maße, die sich maschinell herstellen lassen. Zum Aneinanderkoppeln finden heute Metallverbinder Verwendung, was die Arbeiten zugleich beschleunigt und vereinfacht. Steigen die einzelnen Stützen durch zwei Stockwerke hindurch, wird dies von Fachleuten als Ständerbau bezeichnet. Die Dämmung wird lückenlos zwischen den Hölzern angebracht. Um den Energiespareffekt weiter zu verbessern, kann zusätzlich eine Innen- oder Außendämmung angebracht werden.

Holzrahmenbau

Hierbei werden aus einzelnen Brettern zuerst geschosshohe Rahmen errichtet, wobei die Zwischenräume durch Dämmmaterial ausgefüllt werden. Anschließend folgen Beplankungen aus Span- und Gipsplatten, um die Rahmen zu deckeln. Beim Holzelementbau werden hingegen geschoss- oder gar haushohe Wandscheiben montagefertig angeliefert und vor Ort miteinander verbunden. Diese Elemente weisen bereits sehr gute Dämmwerte auf und kommen daher ohne zusätzliche Materialschichten aus.

Holzhäuser mit Passivhausniveau

Fotolia © Kara

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Moderne Holzbauunternehmen betrachten das Passivhausniveau mittlerweile als Standard. Auf diesem Wege lassen sich Einsparpotenziale erschließen, die den Energieverbrauch langfristig auf einem bezahlbaren Niveau halten. Bereits jetzt hat der Klimawandel zu einem Umdenken bei Neu- und Altbausanierung geführt. Unternehmen wie NetzwerkHolz befassen sich daher mit der Erstellung individueller Energiekonzepte und bieten Beratungsleistungen, die von kleinsten Einsparmaßnahmen bis hin zum wegweisenden Plus-Energie-Haus reichen, das mehr Strom produziert als verbraucht.

Aber auch bestehende Gebäude können ein sehr hohes Einsparpotenzial aufweisen. Momentan verbrauchen Altbauten im Schnitt dreimal so viel Energie zur Wärmeversorgung wie moderne Neubauten. Die Erfahrungen aus dem Passivhausbau können Holzbaubetriebe nun dazu nutzen, auch Bestandsbauten auf ein hocheffizientes Niveau zu sanieren. Das kann sogar besser ausfallen als bei einem Neubau, wenn zum Teil Passivhauskomponenten mit verbaut werden. Viele Bestandshäuser lassen sich – je nach Lage und Substanz – sogar komplett in Passivhäuser umwandeln.

Abhängig von der definierten Energiebilanz eines Gebäudes und den Investitionsmöglichkeiten können Holzbaubetriebe im NetzwerkHolz ihren weitreichenden Erfahrungsschatz bereits in der Konzeptionsphase eines Bauvorhabens mit einbringen. Die Energiebilanz dient dabei als Grundlage für die spätere Ausprägung des Gebäudes. Gebäude, Lage und die gewünschte Energiebilanz sollten so gut wie möglich aufeinander abgestimmt werden. Daher ist es wichtig, das Bauherren gleich von Anfang an von einem kompetenten Ansprechpartner beraten werden, der sich in allen Bereichen auskennt.

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