Hobbyköche aufgepasst: Backofen vorheizen ist meist überflüssig

Backofen vorheizen: ja oder nein?
Foto © Markus Hein /pixelio.de

Heizt auch bei Ihnen der Ofen leer vor sich hin, während Sie Speisen zubereiten? Meist ist das pure Energieverschwendung. Aus welchem Grund das Vorheizen des Backofens wirklich empfohlen wird und warum Sie in vielen Fällen darauf verzichten können, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

Ofen vorheizen – warum eigentlich?

Hobbyköche kennen es: Zahlreiche Rezepte fordern Sie im ersten Schritt dazu auf, den Backofen auf Temperatur zu bringen. Ebenso findet sich auf Fertiggerichten meist der Hinweis, das Produkt im vorgeheizten Backofen zuzubereiten. Das hat einen einfachen Grund – doch nicht den, dass die Gerichte so besser gelingen.

Verbraucher erwarten in der Regel exakte Zeitangaben, wann die Tiefkühl-Pizza fertig ist oder wie lange Plätzchen backen müssen. Backöfen benötigen aber je nach Modell unterschiedlich lang, um eine bestimmte Temperatur zu erreichen. Bei modernen Geräten sind es unter Umständen nur wenige Minuten, während „langsame“ Modelle bis zu 20 Minuten brauchen können. Heizt man das Backrohr nicht vor, dann ist es schwierig, in Rezepten oder Zubereitungsanleitungen eine konkrete Backzeit anzugeben.

Viele Kochbücher und Hersteller von Fertiggerichten raten zum Vorheizen, um die Angaben zu standardisieren: Hat der Ofen eine bestimmte Temperatur erreicht, dann lässt sich die erforderliche Zubereitungszeit nahezu auf die Minute genau angeben. Der Verbraucher kann sich auf die Angaben im Rezept oder auf der Verpackung „blind“ verlassen.

Vorheizen spart kaum Zeit, senkt aber Stromverbrauch

Aber wird das Backgut im vorgeheizten Ofen nicht auch rascher fertig? Tatsächlich beträgt die Zeitersparnis in den meisten Fällen nur wenige Minuten. Das liegt daran, dass die Gerichte bereits während des Aufheizens warm werden, auftauen oder garen können – und nicht erst dann, wenn die volle Temperatur erreicht ist. Der Stromverbrauch kann sich dagegen um bis zu 20 Prozent reduzieren, wenn Sie darauf verzichten den Backofen vorzuheizen. Sie müssen Ihr Backgut dann aber häufiger in Augenschein nehmen, um zu kontrollieren, ob es fertig ist. Tipp: Dazu reicht ein Blick durch das Backofenfenster. Bitte nicht jedes Mal die Türe öffnen, denn dabei verpufft wertvolle Energie.

Diese Gerichte vertragen einen „Kaltstart“

Bei den meisten Speisen ist es kein Problem, sie in den kalten Backofen zu schieben. Sie sollten allerdings bedenken, dass sich die im Rezept oder auf der Packung angegebene Backzeit um einige Minuten verlängern kann. Das gilt insbesondere für:

  • Aufläufe wie etwa Lasagne, überbackenes Gemüse, etc.
  • Hefekuchen
  • Mürbteigkuchen, Tartes und Tarteletts
  • Plätzchen
  • Braten und andere Fleischgerichte
  • Tiefkühlgerichte und Pizza

Ausnahmen: Bei diesen Teigen heizen Sie besser vor

Sehr empfindliche Teige und Massen benötigen eine von Anfang an konstante Temperatur, um perfekt zu gelingen. Sie könnten bei einem „Kaltstart“ in sich zusammenfallen und ihre gewünschte, locker-fluffige Konsistenz verlieren. Das gilt vor allem für:

  • Biskuitteig
  • Blätterteig
  • Brandteig
  • Soufflés und Puddings

Doch selbst in diesen Fällen können Sie Energie sparen, indem Sie den Backofen einige Minuten vor Ende der Garzeit abstellen. Bei geschlossener Tür wird die Temperatur trotzdem gehalten.

Fazit: Die meisten Gerichte können Sie aber problemlos und wesentlich energiesparender zubereiten, ohne das Backrohr vorzuheizen. Der einzige „Nachteil“ ist, dass Sie sich beim Backen stärker auf Ihr Augenmaß verlassen müssen.

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