Zusammensetzung des Strompreises

Zusammensetzung des Strompreises

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?
Foto © Uwe Schlick / pixelio.de

Alle kennen ihn, viele vergleichen ihn, doch nur die wenigsten wissen über seine Zusammensetzung Bescheid: Der Strompreis. Steigt der Strompreis an, wird dies nur zu oft als Ärgernis empfunden und schnell dienen dabei die Stromversorger als Zielscheibe des Frusts. Wer den Strompreis und dessen Zusammensetzung jedoch genauer kennt, der weiß auch, dass sich viele Akteure hinter einer solchen Entwicklung verbergen.

Grundgebühr und Arbeitspreis

Der Strompreis setzt sich in der Regel aus zwei Komponenten zusammen: Arbeitspreis pro kWh und Grundgebühr. Letztere dient dazu, die Fixkosten abzudecken, die auf der Seite des Herstellers entstehen und beispielsweise die Installation und den Betrieb von Stromzählern umfassen. Der Arbeitspreis ist hingegen an den tatsächlichen Stromverbrauch gekoppelt und folglich variabel. Er wird mit der Anzahl der verbrauchten Kilowattstunden multipliziert. Wird nun noch die Grundgebühr hinzuaddiert, ergeben sich daraus die Stromkosten pro Abrechnungsperiode, also pro Monat oder pro Jahr.

Allein während der letzten zehn Jahre ist der Strompreis in Deutschland um mehr als 50 Prozent angestiegen. Da ist die Frage, wer dafür die Verantwortung trägt, durchaus berechtigt. Anfang des Jahres 2017 lag der durchschnittliche Strompreis für eine Kilowattstunde bei rund 27,80 Cent. Die Grundgebühr ist darin bereits mit einkalkuliert. Ein durchschnittlicher Zweipersonenhaushalt kommt somit auf 973 Euro an Stromkosten pro Jahr.

Anteile am Strompreis: Der Großteil wandert in die Staatskasse

Beim Strom ist es wie beim Benzin: Das meiste Geld geht an den Staat. Sieht man sich die Zusammensetzung des Strompreises an, kommen Steuern und Abgaben zusammen auf 57 Prozent. Um beim obigen Rechenbeispiel zu bleiben: Von den 973 Euro, die ein Zweipersonenhaushalt pro Jahr zahlt, gehen knapp 555 Euro an den Staat. Nun gibt es beim Strom aber keinen festen „Staatsanteil“ sondern eben mehrere Steuern und Abgaben, die alle in dieselbe Richtung fließen.

Den Anfang machen Konzessionsabgaben, die derzeit auf 6,1 Prozent vom Strompreis kommen. Diese Abgaben werden von den Energieversorgern gezahlt, um damit das Recht zu erwerben, Leitungen verlegen zu dürfen. Die KWK-Umlage kommt derzeit auf 1,6 Prozent vom Strompreis. Damit werden Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung gefördert, die Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen. Das KWK-Verfahren ist vor allem bei der Energiegewinnung mittels erneuerbarer Energieträger von Bedeutung. Viele Blockheizkraftwerke werden beispielsweise mit Biogas oder Hackschnitzeln betrieben.

In dieselbe Richtung zielen auch die Beträge, welche mit der EEG-Umlage in die Staatskasse geleitet werden. Mit derzeit 24,8 Prozent vom durchschnittlichen Strompreis nimmt diese jedoch einen deutlich höheren Anteil der Stromkosten in Anspruch. Mit der EEG-Umlage werden Netzbetreiber unterstützt, die EEG-Strom aufnehmen. Ein Beispiel sind die Einspeisetarife für private Solaranlagen. Zuletzt folgen noch die Umlage nach §19 Abs. 2 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) mit 1,4 Prozent vom Strompreis sowie die Steuern, welche sich auf Stromsteuer mit 7,4 Prozent und Umsatzsteuer mit 16 Prozent verteilen. Macht zusammen 57 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 lag dieser Anteil noch bei 46 Prozent.

Was geht nun an die Stromerzeuger? Die Beschaffung bzw. Erzeugung des Stroms, dessen Vertrieb und die zugehörige Marge kommen zusammen auf 17,3 Prozent des Strompreises. Ein gutes Stück mehr erhalten die Übertragungsnetzbetreiber sowie die Verteilnetzbetreiber vor Ort, denn auf die Netznutzungsentgelte (NNE) entfallen üppige 25,6 Prozent, was der größte Einzelposten ist.

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