Energiesparen durch Dämmung: Worauf es wirklich ankommt

Energiesparen durch Wärmedämmung - Wärmebildkamera

Energiesparen durch Wärmedämmung
Foto © Tim Reckmann / pixelio.de

Wie die Kleidung für den Menschen, so sind Dämmstoffe für unsere Häuser ein wichtiger Schutz vor Wärmeverlusten. Viele Hausbesitzer sind sich jedoch unsicher, ob sich der Aufwand auch lohnt. Welche Gründe für eine Dämmung sprechen und welche Maßnahmen zum Energiesparen wirklich sinnvoll sind, lesen Sie in diesem Artikel.

Richtig dämmen: Energiesparen macht sich bezahlt

Ist die Gebäudehülle nicht oder nur ungenügend gedämmt, so verpufft viel wertvolle Heizenergie ins Freie. Diese Verschwendung bekommen Hausbesitzer spätestens bei der Heizkostenabrechnung zu spüren. Schon im eigenen Interesse empfiehlt es sich daher, bei einem Neubau auf eine fachgerechte Dämmung zu achten.

Doch auch bei Altbauten kann sich eine energetische Sanierung durchaus bezahlt machen: Wie Experten errechnet haben, lassen sich durch nachträgliche Wärmedämmungs-Maßnahmen bei einem Einfamilienhaus mit 125 m2 Wohnfläche und einem jährlichen Heizenergiebedarf von 18.125 kWh rund 640 Euro an Heizkosten sparen. Den größten Beitrag zum Energiesparen leistet eine Fassadendämmung, durch sie reduzieren sich die Heizkosten um 19 Prozent oder satte 280 Euro. Durch eine Dach- oder Dachbodendämmung lassen sich weitere 190 Euro sparen. Wer darüber hinaus noch die Fenster erneuert und die Kellerdecke dämmt, minimiert die Heizkosten nochmals um 170 Euro.

Energiesparen durch Dämmung

Energiesparen durch Dämmung (c) www.co2online.de

Weitere Gründe für eine fachgerechte Dämmung

Neben der Reduktion der Betriebskosten bringt eine Wärmedämmung noch eine Reihe weiterer Vorteile mit sich:

  • Gesteigerter Wohnkomfort: Werden die Außenwände im Winter kalt, so fühlt sich das unbehaglich an, selbst wenn die Heizung die Raumluft erwärmt. Im Sommer dagegen wird es in ungedämmten Räumen rasch brütend heiß.
  • Schutz vor Schimmel und Feuchteschäden: Dämmstoffe minimieren die Temperaturunterschiede zwischen Innenseite und Außenseite der Wand. Dadurch bildet sich weniger Kondenswasser, welches die Schimmelbildung fördern kann.
  • Wertsteigerung: Die Energiekosten können den Marktwert eines Gebäudes drastisch beeinflussen. Je niedriger der Energieverbrauch, desto höher der Preis, der sich bei einem Wiederverkauf erzielen lässt. Wichtig ist es, die energetischen Eigenschaften des Gebäudes durch einen Energieausweis belegen zu können.
  • Subventionen: Durch die Energiesparverordnung sind bestimmte energetische Mindeststandards bereits gesetzlich vorgeschrieben. Für darüber hinausgehende Wärmedämmungs-Maßnahmen winken vielfach staatliche Förderungen.
  • Nicht zuletzt leistet eine fachgerechte Dämmung einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Wärmebrücken identifizieren – Energieverluste minimieren

Wo ist eine Wärmedämmung nun am sinnvollsten? Grundsätzlich erzielt man die größten Einsparungseffekte, wenn die gesamte Gebäudehülle gedämmt ist. Neben einer Fassadendämmung zählt zum „Komplettprogramm“ auch eine Dach- bzw. Dachbodendämmung sowie eine Dämmung der Kellerdecke oder eine Bodendämmung. Aus Kostengründen entscheiden sich viele Hausbesitzer jedoch für Einzelmaßnahmen. Entscheidend ist es, diejenigen Stellen der Gebäudehülle zu identifizieren, durch die am meisten Wärme verloren geht – das können beispielsweise auch schlecht isolierte Fenster sein. Energieberater können mithilfe einer Wärmebildkamera gezielt nach sogenannten Wärmebrücken suchen (Thermografie) und kostengünstige Lösungen zum Energiesparen vorschlagen.

Innendämmung oder Außendämmung?

Dämmstoffe lassen sich grundsätzlich an der Außen- oder Innenseite der Wände anbringen. Der heute übliche Standard sind jedoch außenseitige Wärmedämmverbundsysteme. Dabei wird das Dämmmaterial, etwa Mineralfasern oder Hartschaum, durch Verkleben und Dübeln direkt an der Außenwand angebracht. Der große Vorteil einer Außendämmung ist, dass Temperaturunterschiede zwischen Innen- und Außenseite der Mauer minimiert werden.

Bei denkmalgeschützten Fassaden oder Fachwerksbauten ist eine außenseitige Dämmung jedoch vielfach nicht möglich. In solchen Fällen bietet sich eine Innendämmung als Alternative an. Der Wärmeschutz lässt sich damit nach Angaben des Hessischen Umweltministeriums um immerhin 60 Prozent verbessern. Innendämmungen sind aus bauphysikalischer Sicht heikel, da es bei einer unsachgemäßen Ausführung zu Feuchtigkeits- und Schimmelbildung kommen kann. Die Arbeiten sollten daher nur von ausgewiesenen Experten durchgeführt werden.

In jedem Fall lässt sich durch eine Dämmung der Gebäudehülle bares Geld sparen. Sinnvollerweise führt man diese Maßnahmen durch, wenn ohnehin Renovierungsarbeiten anstehen, etwa ein Austausch der Fenster oder eine Sanierung der Außenfassade.

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