Nutzer von Elektroautos – Ihre Motive, ihre Gewohnheiten

Aufladen Elektroauto

Aufladen Elektroauto
Foto © Jan Claus /pixelio.de

Öko-Freak oder Technik-Nerd: Wie tickt eigentlich der durchschnittliche Nutzer eines Elektroautos? Welche Fahrgewohnheiten hat er, wo lädt er seinen Wagen auf? Das Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Kaufmotive und den Alltag von Elektrofahrzeughaltern unter die Lupe genommen – mit teils überraschenden Ergebnissen.

Elektroauto-Nutzer: Männlich, 51 Jahre, Landbewohner

Private Nutzer von Elektrofahrzeugen sind überwiegend männlich, gut gebildet und im Schnitt 51 Jahre alt, so die Studienautoren. Interessantes Detail: Nur etwa jeder fünfte Elektrofahrzeughalter lebt in einer Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern, jeder zweite wohnt sogar in ländlichen Gemeinden oder in Kommunen mit weniger als 20.000 Einwohnern.

Kaufmotive: Umweltbewusstsein, technisches Interesse, Fahrspaß

Die mit Abstand wichtigsten Beweggründe für den Kauf von Elektroautos sind das Interesse an einer innovativen Fahrzeugtechnologie sowie der Wunsch, Umweltbelastungen zu reduzieren. Auch der Fahrspaß und die günstigeren Energiekosten stellen für viele Käufer entscheidende Motive dar. Von geringer Bedeutung sind dagegen die Befreiung von der Kfz-Steuer sowie kostenlose öffentliche Park- und Lademöglichkeiten.

Elektromobilität ist alltagstauglich

Elektroautos taugen aufgrund ihrer geringeren Reichweite nicht für den Alltag? Die Studienergebnisse sprechen dagegen: Elektrofahrzeughalter legen an einem Werktag im Schnitt 43 km zurück und nutzen ihr Fahrzeug damit ähnlich wie einen konventionellen Pkw. Lediglich die jährliche Fahrleistung ist bei Elektroautos mit 10.300 km im Schnitt geringer als bei herkömmlichen Fahrzeugen (15.400 km). Der Grund: Etwa drei Viertel der befragten Nutzer geben an, für Wochenend- oder Urlaubsfahrten auf einen herkömmlichen (Zweit-)Pkw zurückzugreifen. Doch immerhin 63 Prozent benutzen das E-Auto nahezu täglich für den Arbeitsweg, für private Erledigungen oder Einkäufe.

Öffentliche Ladestationen spielen untergeordnete Rolle

Die Mehrzahl der privaten Nutzer (96 Prozent) lädt das E-Auto unmittelbar am Wohnort, mehr als ein Drittel nutzt darüber hinaus Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz. Geladen wird das Fahrzeug somit dort, wo es am längsten steht. Im Schnitt beginnen private Nutzer mit dem Ladevorgang, wenn eine maximale Batteriekapazität von 32 Prozent erreicht ist. Je länger Fahrzeughalter ihr E-Auto benutzen, desto risikofreudiger werden sie beim Ausschöpfen der Batteriekapazität, so die Studienautoren.

Nur etwa jeder fünfte Elektrofahrzeughalter greift regelmäßig auf Ladestationen im öffentlichen Raum zurück. Allerdings wünscht sich eine Mehrheit der Nutzer (58 Prozent) ein dichteres Netz an öffentlichen Schnellladestationen, die es erlauben, das Elektrofahrzeug in weniger als 30 Minuten auf bis zu 80 Prozent der Batteriekapazität aufzuladen.

Elektroautos und Carsharing: Ein schwieriges Verhältnis

Etwas mehr als 2.000 Elektroautos sind in Deutschland im Rahmen von Carsharing-Systemen zugelassen. Dem Nutzer versprechen diese Mietwägen uneingeschränkte Mobilität, für das Aufladen ist schließlich der Carsharing-Unternehmer verantwortlich. Doch hier beginnen auch schon die Probleme: Aufgrund der langen Ladedauer ist die Auslastung gering, der höhere Anschaffungspreis macht die Fahrzeuge zusätzlich unrentabel. Für viele Anbieter waren großzügige Subventionen der Grund dafür, Elektroautos in ihre Flotte aufzunehmen.

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