Nicht zu unterschätzen: Die Rolle von Stromspeichern bei der Energiewende

Das Gelingen der Energiewende ist zu einem ganz wesentlichen Teil von Stromspeichern abhängig. So sauber die Energie auch produziert wird, so pünktlich sollte sie auch am rechten Ort sein, um ihren Zweck zu erfüllen. Nun scheint während der Nacht bekanntlich keine Sonne und auch auf den Wind ist nicht immer Verlass. Im umgekehrten Fall können sowohl Wind- als auch Solarenergie Energie bereitstellen, wenn der Bedarf bereits gedeckt ist. Diese überschüssige Energie gilt es nun zu nutzen.

Wenn die Stromproduktion unberechenbar wird

Die Speicherung von Strom ist an sich nichts Neues. Akkumulatoren versorgen schon seit Langem Taschenlampen, Wecker und zahlreiche andere elektrische Geräte ohne Probleme. Bei Bedarf lassen sie sich einfach auswechseln. Schwieriger wird es, wenn ganze Haushalte oder ein Elektroauto mit Strom versorgt werden wollen. Hier beginnt eines der Kernprobleme der Energiewende, welches mit dem stark schwankenden Angebot an erneuerbaren Energien zusammenhängt. Die Stromproduktion lässt sich einfach nicht immer bedarfsgerecht anpassen – Sonne und Wind gehen eigene Wege.

Und das gilt nicht nur für größere Zeiträume wie Wochen oder Monate bzw. die verschiedenen Jahreszeiten. Schon im Tagesverlauf schwanken die erzeugten Strommengen in beachtlichem Maße. Zur Mittagsstunde ist die Zeit der Sonnenkollektoren, wenn die Sonne am höchsten steht und genau aus Süden scheint. Weht jedoch zum Abend hin noch kein „passender“ Wind, der die Windräder antreibt, müssen Gas- und Kohlekraftwerke in die Bresche springen, damit eine unterbrechungsfreie Stromversorgung erhalten bleibt. Diese Reservekraftwerke sind jedoch teuer und werden immer unwirtschaftlicher. Denn einerseits müssen sie zwar einsatzbereit zur Verfügung stehen, kommen andererseits aber immer seltener zum Einsatz, da immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird.

Die Speichertechniken von heute und morgen

Es braucht also Möglichkeiten, den Strom genau dann zu speichern, wenn er im Überfluss zur Verfügung steht. Und diese Möglichkeiten gibt es bereits. Eine davon ist das Pumpspeicherkraftwerk. Der überschüssige Strom wird dazu verwendet, Wasser von einem niedriger gelegenen See oder Fluss in ein höher gelegenes Becken zu pumpen. Wird dann mehr Strom benötigt als erzeugt, lässt man das Wasser einfach wieder hinunterfließen, wobei es Turbinen antreibt, mit denen sich dann wieder Strom erzeugen lässt. Der Nachteil liegt darin, dass es in Deutschland mittlerweile zu wenig geeignete Orte gibt, an denen sich solche Kraftwerke bauen lassen.

Überschüssige Energie kann aber auch noch auf andere Weise umgewandelt werden. So besteht die Möglichkeit, mit dem Strom Luft zu komprimieren und diese dann zu speichern. Bei Bedarf kann diese Druckluft dann eine Turbine antreiben. Bei diesem Prozess entsteht zusätzlich noch Wärme, die so ebenfalls gespeichert werden kann. Außerdem gibt es noch die Alternative, synthetisches Gas oder per Elektrolyse Wasserstoff herzustellen. Beides Energieträger, die sich speichern lassen und die ihre Energie somit bei Bedarf abgeben können.

Aber wäre es nicht möglich, die Akkus einfach zu vergrößern?

WEMAG Batteriespeicher von innen (Foto: WEMAG)

WEMAG Batteriespeicher von innen (Foto: WEMAG)

Ja – und umgesetzt wurde diese Idee auch schon. Der Ökostromversorger WEMAG AG aus Schwerin hat erst vor Kurzem Europas größten kommerziellen Batteriespeicher eröffnet. In diesem tun 25.000 Lithium-Ionen-Akkus ihren Dienst, indem sie Angebot und Nachfrage nach Strom einander ausgleichen. Die Gesamtleistung des Batteriespeichers beträgt 5 Megawatt, womit er in der Lage ist, eine Gasturbine mit 50 Megawatt zu ersetzen, die ansonsten vorgehalten werden müsste. Darüber hinaus kooperiert die WEMAG AG  mit unterschiedlichen Herstellern für kleine Stromspeicher für den Haushalt, damit sich der vor Ort auf dem Dach erzeugte Solarstrom ebenfalls speichern lässt.

Batteriespeicher haben große Zukunft vor sich

Es gibt also Techniken, die theoretisch dazu in der Lage wären, eines der Hauptprobleme der Energiewende zu lösen. Aber noch stoßen diese an ihre Grenzen angesichts des sehr hohen Bedarfs. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Trendresearch soll der Anteil an erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2030 50 Prozent betragen. Die Kapazitäten der Stromspeicher müssten sich bis dahin mehr als verdoppeln, um dem gerecht zu werden. Das größte Potenzial wird den Batteriespeichern zugeschrieben mit einem Volumen von 30 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030.

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