Heizen mit Öl: Kosten steigen um 22 Prozent

Heizen mit Öl: Kosten steigen um 22 Prozent

Paulwip / pixelio.de

Trotz Energiewende verbrauchen die deutschen Haushalte mehr Gas und Öl zum Heizen. Jetzt, wo die Abrechnungen für 2012 ins Haus flattern, erleben viele Verbraucher böse Überraschungen. 

In diesem Jahr werden Deutschlands Haushalte mehr Heizkosten als noch im Vorjahr zahlen müssen. Grund dafür sind nicht nur die gestiegenen Öl- und Gaspreise, sondern auch der höhere Verbrauch, der durch den harten Winter herbeigeführt wurde. Wie der Dienstleister Techem berichtete, spüren die Haushalte die finanzielle Mehrbelastung deutlich. Besonders hart treffe es dabei diejenigen, die eine Ölheizung haben: Sie müssen eine Kostensteigerung von ca. 22 Prozent in Kauf nehmen. Laut der aktuellen Techem-Studie gibt es bei Erdgas eine Preissteigerung von 9,5 Prozent; die Fernwärmeversorgung wurde dagegen um 10,5 Prozent teurer.

Die Techem-Analyse wurde anhand von Daten aus dem Jahr 2012 durchgeführt. Im Rahmen der Auswertungen der Abrechnungen sammelte man Zahlenmaterial von bundesweit 1,6 Millionen Wohnungen, die sich in insgesamt 135.000 Mehrfamilienhäusern befinden. Beim Energieverbrauch gibt es große regionale Unterschiede, die vor allem auf das Nutzerverhalten, die Witterung und die Gebäudesubstanz zurückzuführen sind. In Oldenburg sank der Energieverbrauch am stärksten: Mit durchschnittlich 169,12 kWh pro qm verbrauchten die Haushalte hier im Jahr 2012 ca. 7,12 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Gemessen am Erdgas ist Hattingen die Stadt mit dem bundesweit geringsten Energieverbrauch: Im Durchschnitt kam man auf Werte von 116,62 kWh pro qm. Ebenfalls niedrig war der Verbrauch in Freiburg und Eberswalde.

Im Abrechnungszeitraum 2012 gab es natürlich auch Städte, die durch besonders hohe Verbräuche aufgefallen sind. Dazu gehören unter anderem München, Itzehoe und Lübeck. Die Bewohner von Mehrfamilienhäusern in Heilbronn, München und Herford verbrauchten rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr – eine Steigerung, die sich negativ auf den Geldbeutel auswirkt.

Die Techem-Experten sind der Meinung, dass die Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs nicht effektiv genug sind, um die steigenden Rohstoffpreise auszugleichen. Dies lasse sich vor allem daran erkennen, dass die witterungsbereinigten Verbräuche bereits seit längerer Zeit stagnieren. Vor wenigen Jahren sind sie noch gesunken – doch seit 2008 bewegen sie sich auf nahezu gleichem Niveau. Techem-Chef Lothar Schäfer sagte: „Dies zeigt eindeutig, dass die bisherigen Instrumente nicht zu einer weiteren signifikanten Verbrauchsreduktion führen werden.“ Er ist außerdem der Meinung, dass Verschärfungen der Energieeinsparverordnung bezüglich der Dämmvorschriften oder eine Förderung von Niedrigenergie-Immobilien nicht ausreichen würden.

„Die hohen politischen Maßstäbe für die Wohnungswirtschaft sorgen für ein weiterhin sinkendes Angebot an günstigem Wohnraum“, bemängelt Schäfers. Was für die Immobilienwirtschaft wichtig ist, seien kostengünstige und schnell umsetzbare Energieeinsparmaßnahmen, die ihre Wirksamkeit auch im Bestand entfalten. Dazu zählen das Wärme-Contracting, das Energiemonitoring sowie technische Maßnahmen im Bereich der Heizungsoptimierung. Was viele nicht wissen: Wer seine Heizungsanlage professionell betreibt, kann rund zehn Prozent an Energie sparen und auf diese Weise seinen Geldbeutel entlasten.

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